Offenbarung durch Gott
Deutsche Übersetzung
Charakteristik der koranischen Lehren
Korantext- und Surasuche
Die Authentizität des Heiligen Koran
Sie befinden sich: Der Heilige Koran » Die Authentizität des Heiligen Koran

Die Authentizität des Heiligen Koran

Der 4. Khalifa: Hadhrat Mirza Tahir Ahmadra: Der Heilige Koran, Verlag Der Islam, 6. Auflage, 1996, S. 105-113

Auszüge aus der Einführung vom 2. Khalifa, Hadhrat Mirza Bashir-ud-Din Mahmood Ahmadra.

Keiner der Texte der angeblich vor dem Heiligen Koran offenbarten heiligen Schriften blieb vollständig erhalten. Sie alle sind so stark verändert worden, dass der ernsthafte Wahrheitssucher in ihnen keinen Leitfaden für seine Lebensführung zu erkennen vermag. Der Text des Heiligen Koran dagegen bewahrte seine ursprüngliche Gestalt; jedes seiner Worte ist uns unverändert und unverfälscht überliefert, genau so, wie sie vor mehr als dreizehn Jahrhunderten dem Heiligen Propheten Muhammadsaw offenbart wurden.

Die erste Offenbarung, zu Beginn der Sendung des Heiligen Propheten Muhammadsaw, umfasste nur wenige Verse, die er in der Hira-Höhle empfing. Hierauf folgten die Offenbarungen über eine Spanne von dreiundzwanzig Jahren, bis zu seinem Tode. Nach dem Zeugnis seiner Zeitgenossen kamen sie dem Propheten anfänglich in größeren Zeitabständen und bruchstückweise zu, folgten dann aber immer rascher und umfangreicher und schwollen in den letzten Jahren seines Lebens zu einem ununterbrochenen Strom.

Einer der Gründe, warum der Heilige Koran anfänglich nur in kleinen Stücken offenbart wurde, ist die Neuheit seiner Lehren, deren vollen Sinn zu erfassen dem Volk nicht leicht war. Nachdem aber der Grundstein zum Islam gelegt war und das Verständnis des Volkes für die im Heiligen Koran gegebenen Lehren und Leitgedanken geweckt wurde, folgten die Offenbarungen häufiger und in größerem Umfange. Ein weiterer Grund lag in der anfänglich kleinen Zahl der Muslime. Gottes Wille war es, dass der Text des Heiligen Koran gewissenhaft überliefert würde und keinen Anlass zu Zweifeln gäbe.

Indem der Heilige Koran zu Anfang nur in kleinen Abschnitten, über einen größeren Zeitraum verteilt – manchmal durch mehrere Monate unterbrochen –, herniedergesandt wurde, konnten die Muslime die ganze Offenbarung in ihr Gedächtnis aufnehmen. So ist die Überlieferung des Textes über jeden Zweifel erhaben. Mit der anwachsenden Zahl der Muslime und der dadurch gewährleisteten Erhaltung des Koran-Textes folgten die Offenbarungen in kürzeren Abständen. Gegen das Lebensende des Heiligen Propheten Muhammadsaw zählten die Muslime über hunderttausend, und ihnen ward es leichter, den Heiligen Koran im Gedächtnis zu behalten. Durch diesen göttlichen Plan wurde die Reinheit des Textes gesichert und über jeden Zweifel gestellt.

Sieben Kopien des Heiligen Koran wurden unter dem Khalifat Hadhrat Usmanra in alle Teile der muslimischen Welt gesandt. Hernach pflegten, Generation um Generation, Hunderttausende den ganzen Text des Heiligen Koran auswendig zu lernen. Auch die erbittertsten Gegner des Islam können, seit Hadhrat Usmansra Zeit, keine Änderungen am Heiligen Koran nachweisen.

Vorkehrungen zur Sicherstellung der Texte des Heiligen Korans

 

*

Der Heilige Prophet Muhammadsaw lernte alle ihm zukommenden Offenbarungen auswendig, und schließlich memorierte er regelmäßig den ganzen Heiligen Koran von Anfang bis zu Ende dergestalt, dass ihm der Text stets gegenwärtig blieb. Außerdem traf er Vorkehrungen zu dessen Sicherung und Erhaltung.

1. Man weiß, dass der Heilige Prophet Muhammadsaw eine Anzahl Personen eigens dazu angestellt hatte, um ihnen jede Offenbarung sofort in die Feder zu diktieren. Von diesen Schreibern sind uns fünfzehn Namen überliefert:

Hadhrat Zaid bin Thâbitra, Hadhrat Ubayy ibn Ka'bra, Hadhrat Abdullah bin Sa'd bin Abi Sarhra, Hadhrat Zubair bin al-'Awwâmra, Hadhrat Khâlid bin Sa'îd bin al-'Âsra, Hadhrat Abân bin Sa'îd bin al-'Âsra, Hadhrat Hanzala bin al-Rabi' al-Asadira, Hadhrat Mu'aiqib bin Abi Fâtimara, Hadhrat Abdullah bin Arqam al-Zuhrira, Hadhrat Shurahbil bin Hasanara, Hadhrat Abdullah bin Rawâhara, Hadhrat Abu Bakrra, Hadhrat Umarra, Hadhrat Usmanra, Hadhrat Alira (Fath al-Bäri, Band 9, Seite 19)

Wenn der Heilige Prophet Muhammadsaw eine Offenbarung empfangen hatte, ließ er jeweils einen dieser Männer kommen und ließ ihn deren Wortlaut niederschreiben.

2. Wie allgemein bekannt ist, sind die fünf täglichen gemeinsamen Gebete für jeden Muslim obligatorisch. Da zu jedem Gebet einige Verse aus dem Heiligen Koran gesprochen werden, ist jedem Muslim wenigstens ein Teil des Heiligen Koran geläufig. Wenn nun von den über hunderttausend Gefährten des Heiligen Propheten Muhammadsaw je hundert zusammen den ganzen Heiligen Koran auswendig wussten, dann muss sich der gesamte Text tausendmal erhalten haben.

3. Der Heilige Koran umfasst alle Bereiche des Islam: Gesetz, Lehre, Philosophie, Moral und allgemeine Lebensregeln, die für das Gedeihen einer Nation ausschlaggebend sind. Für jeden dieser verschiedenen Zweige bildete der Heilige Prophet Muhammadsaw begabte Männer aus, die als Richter, Anwälte und Lehrer die Gemeinschaft nach den Vorschriften des Islam zu führen hatten. Da diese Leute ohne genaue Kenntnis des Heiligen Koran ihrem Amte nicht gewachsen gewesen wären, mussten sie notwendigerweise den ganzen Heiligen Koran auswendig lernen.

4. In den Augen des Heiligen Propheten Muhammadsaw war es ein großes Verdienst, den gesamten Heiligen Koran auswendig zu lernen. Ja er sagte einmal, ein Mann, der den Heiligen Koran auswendig lerne, sei vom Feuer der Hölle erlöst. Gott hatte den Heiligen Propheten Muhammadsaw mit Gefährten gesegnet, die immer und auf jede Weise nach Verdiensten um die gute Sache trachteten. Auf jene Verheißung begannen ihrer viele den Heiligen Koran auswendig zu lernen.

Imam Ahmad Hanbal hat, nach dem Zeugnis Hadhrat Abdullah bin Omarsra, von einem Mann erzählt, der den Heiligen Propheten Muhammadsaw aufsuchte und zu ihm sagte:

"O Bote Allahs! Ich lerne den Heiligen Koran auswendig, aber mein Verstand erfasst seinen Sinn nicht vollständig."

Beweist uns das nicht, dass neben gelehrten Menschen auch ganz einfache Menschen die Worte des Heiligen Buches in sich aufzunehmen trachteten?

Aus der gleichen Quelle erfahren wir von einem Mann, der seinen Sohn zum Heiligen Prophetensaw brachte und sagte:

"O Bote Allahs! Dieser mein Sohn spricht den ganzen Tag den Heiligen Koran und verbringt die Nacht mit Schlafen."

Der Heilige Prophet Muhammadsaw sprach:

"Wo wäre denn der Grund für deinen Kummer? Dein Sohn verbringt den Tag im Gedächtnis Gottes und die Nacht, statt irgendeine Sünde zu begehen, in erquickendem Schlafe."

Lehrer des Heiligen Koran

*

5. Als das Verlangen, den Heiligen Koran auswendig zu lernen, allgemein wurde, bildete der Heilige Prophet Muhammadsaw vier Männer zu Hauptlehrern des Heiligen Koran aus, die ihrerseits einem größeren Kreis die Fähigkeit vermittelten, den Heiligen Koran zu lehren. Die vier Hauptlehrer waren: Hadhrat Abdullah bin Mas'ûdra, Hadhrat Sâlim Maula Abî Hudhaifara, Hadhrat Mu'âdh bin Jabalra, Hadhrat Ubayy ibn Ka'ba.

Abdullahra, ein Landarbeiter, und Sâlimra, ein befreiter Sklave, stammten aus Mekka und waren nach Medina ausgewandert. Mu'âdhra und Ubayyra waren führende Männer von Medina. Indem der Heilige Prophet Muhammadsaw seine Hauptlehrer aus verschiedenen Volksschichten ausgewählt hatte, schuf er jedermann den ihm gemäßen Zugang zu den Quellen der Schrift.

Der Heilige Prophet Muhammadsaw pflegte zu sagen:

"Diejenigen unter euch, die den Heiligen Koran lernen wollen, sollten ihn von Abdullah bin Mas'ûd, Sâlim Maula Abî Hudhaifa, Mu'âdh bin Jabal oder Ubayy ibn Ka'b erlernen."

Der im Gedächtnis ruhende Heilige Koran

*

Der Heilige Prophet Muhammadsaw sandte im vierten Jahr der Hidschra siebzig seiner Gefährten als Instruktion zu gewissen Stämmen, und jeder von ihnen wusste den Heiligen Koran auswendig. Diejenigen, die den Heiligen Koran auswendig gelernt hatten, verbrachten, bei Tag und bei Nacht, den größten Teil ihrer Zeit mit dem Hersagen für andere.

Hadhrat Hâfiz Abû Ya'lâra erzählt, dass dem Heiligen Propheten Muhammadsaw einmal berichtet wurde, dass Hadhrat Abû Mûsâra in seinem Hause Leute im Vortragen des Heiligen Koran unterrichtete. Der Heilige Prophet Muhammadsaw bat, dass man ihn in einen Teil des Hauses führe, wo er Hadhrat Abû Mûsâra zuhören könne, ohne dass die versammelte Gemeinde seiner gewahr werde. Er wurde an einen verborgenen Platz geführt, und nachdem er zugehört hatte, wie Hadhrat Abû Mûsâra den Heiligen Koran vortrug, lobte er den Vortrag und freute sich darüber und sprach:

"Er sprach den Heiligen Koran in der herrlichen Art des Propheten Davidas." (Hadith Muslim, Kitâb al-Salât).

Das beweist, dass sich der Heilige Prophet Muhammadsaw große Mühe gab, den Vortrag des Heiligen Koran auch durch andere als die von ihm eingesetzten vier Hauptlehrer zu überwachen, und er war sehr besorgt, dass sich keine Fehler in ihren Vortrag einschlichen.

Imam Ahmad Hanbal erzählt nach dem Zeugnis von Hadhrat Jâbir bin Abdullahra, dass der Heilige Prophet Muhammadsaw anlässlich eines Besuches der Moschee Leute vorfand, die den Heiligen Koran sprachen. Er sagte zu ihnen:

"Sprecht den Heiligen Koran, sprecht ihn gut und trachtet, dadurch das Wohlgefallen Gottes zu gewinnen, bevor noch die Zeit kommt, da die Leute den Heiligen Koran richtig hersagen werden, aber mehr um ihr Brot zu verdienen als um ihre Herzen zu reinigen!" (Musnad, Band 3).

Nach der Erzählung Hadhrat Jâbir bin Abdullahsra befanden sich in der betenden Gemeinde neben Muhâjirin (Auswanderer) und Ansar (Muslime von Medina) auch Wüstenbewohner und Nichtaraber. Die zum freien Vortrag des Heiligen Korans Befähigten gingen schon zu Lebzeiten des Heiligen Propheten Muhammadsaw in die Tausende. Als kurz nach dem Tode des Heiligen Propheten Muhammadsaw Musailima den Krieg erklärte und mit hunderttausend Kriegern gegen Medina zog, trat ihm Hadhrat Khâlid bin Walidra (von Hadhrat Abu Bakrra zum Heerführer berufen), mit 13.000 Mann entgegen. Von diesen waren viele erst vor kurzem zum Islam übergetreten, und sein Geist hatte sie noch nicht durchdrungen. Deshalb wurden die Streitkräfte der Muslime an verschiedenen Punkten zurückgedrängt.

Da rieten einige Gefährten des Heiligen Propheten Muhammadsaw , alle Männer, die den Heiligen Koran auswendig wussten, sollten, zu einer besonderen Streitmacht vereinigt, gegen die Krieger Musailimas in den Kampf gechickt werden. Männer, die den Wert des Islam und die Notwendigkeit wirklich erkannten, für ihren Glauben mit dem Leben einzustehen, würden mit Eifer und Hingabe gegen die Übermacht des Feindes ankämpfen. Hadhrat Khâlid bin Walidra billigte den Vorschlag und formte eine Streitmacht aus 3.000 Männern, die den Heiligen Koran auswendig wußten. Diese Krieger griffen das Heer Musailimas so heftig an, dass es zum Rückzug gezwungen und schließlich vernichtet wurde. Bei dieser Gelegenheit wählten diese Tapferen den Wahlspruch: "O die ihr die Sura Baqarah auswendig könnt!" (Die Wahl fiel auf die Sura Baqarah, weil sie die längste ist). Vom Heer der 3.000 fielen 500 in der Schlacht.

Der Heilige Koran in einem Band gesammelt

*

Als man feststellte, dass 500 Erzähler des Heiligen Koran in der Schlacht gegen die Armee Musailimas gefallen waren, machte Hadhrat Umarra Hadhrat Abu Bakrra (damals Khalif) darauf aufmerksam, dass die Sicherstellung der Reinheit des Textes schwierig werde, wenn diejenigen, die den Heiligen Koran auswendig konnten, in solcher Zahl in Kämpfen verloren gingen, und dass die Zeit nun gekommen sei, den ganzen Heiligen Koran in einem Band zu sammeln.

Hadhrat Abu Bakrra zögerte zuerst, aber schließlich nahm er den Vorschlag an und bestimmte Hadhrat Zaid bin Thâbitra, einer jener Männer, die den Heiligen Koran unter dem Diktat des Heiligen Propheten Muhammadsaw niederzuschreiben pflegten, dazu, den Text des Heiligen Koran in einem Buche zu sammeln, und beauftragte andere hervorragende Gefährten des Heiligen Propheten Muhammadsaw, ihm bei dieser Aufgabe zu helfen.

Hadhrat Abu Bakrra ordnete an, dass die schriftlich vorhandenen Fragmente gesammelt und die Texte von je zwei Personen, die den Heiligen Koran auswendig konnten, geprüft würden. Diese Aufgabe war bald erfüllt, und der Text des gesamten Heiligen Koran in einem Band niedergeschrieben wurde von denjenigen, die den Heiligen Koran auswendig gelernt hatten, als genau und richtig erklärt.

Die Vermutung, bei der Zusammenstellung des Buches seien Schwierigkeiten aufgetreten, ist unhaltbar, wenn man folgendes bedenkt: Der Heilige Koran wurde jeden Tag von vielen Leuten gesprochen. Im Laufe des Monats Ramadan (Fastenmonat) wurde der Text von Anfang bis Ende vor den in gemeinschaftlichem Gebet versammelten Muslims von Leuten rezitiert, die ihn auswendig kannten. Dann war der Heilige Koran nach dem Diktat des Heiligen Propheten Muhammadsaw so niedergeschrieben worden, wie die Offenbarungen eintrafen. Endlich bedenke man, dass die Zusammenstellung einem Manne oblag, der selbst zu den Schreibern gehört hatte und den ganzen Heiligen Koran auswendig wusste.

Jegliche Änderung am ursprünglichen Text, wie ihn der Heilige Prophet Muhammadsaw diktiert hatte und wie er unter der Aufsicht von Kennern auswendig gelernt worden war, wäre sofort bemerkt und richtiggestellt worden. Die Echtheit und Genauigkeit des Heiligen Koran ist somit auf die sicherste und unwiderleglichste Weise bewiesen. Es gibt keine andere Schrift in der Welt, deren Zuverlässigkeit so über jeden Zweifel erhaben wäre wie der Text des Heiligen Korans.

Einheitliche Abschriften des Heiligen Koran

*

Zur Zeit Hadhrat Usmansra erhoben sich Klagen, weil verschiedene Stämme gewisse Worte des Heiligen Koran auf ihre eigene, besondere Art aussprachen, weshalb Nichtmuslime zu der irrigen Auffassung kamen, die Texte des Heiligen Koran seien nicht einheitlich. Die Variationen in der Aussprache beruhten indessen nicht auf inhaltlichen und bedeutungsmäßigen Veränderungen. Trotzdem hielt es Hadhrat Usmanra für angebracht, auf die einheitliche Aussprache der Wörter zu dringen. Er ließ vom Text, der zur Zeit Hadhrat Abu Bakrsra gesammelt worden war, Abschriften anfertigen und sandte sie in alle Teile des Muslimreiches, mit der Verordnung, dass künftig keinerlei Abweichungen vom Standardtext erlaubt seien, auch wenn es sich nur um die Aussprache der Konsonanten handle.

Zur Zeit des Heiligen Propheten Muhammadsaw war das gesellschaftliche Leben der Araber durch ihre Aufteilung in verschiedene Stämme bestimmt; jeder Stamm hatte eine eigene Existenz, abgeschlossen und unabhängig von den anderen. Gewisse Worte wurden nach den Gepflogenheiten des Stammes ausgesprochen. Mit der Annahme der Lehre des Islams wurden sie zu einer kulturellen Gesellschaft verschmolzen, und die arabische Sprache wurde sofort das Hilfsmittel der neuen Kultur. Die Gelehrsamkeit verbreitete sich sehr schnell unter den Arabern, und es wurde für jedermann sehr leicht, die richtige Aussprache aller arabischen Wörter anzunehmen. Die Sprache von Mekka wurde zur Grundlage dafür.

Zur Zeit Hadhrat Usmansra war daher keine Berechtigung mehr vorhanden für Abweichungen in der Aussprache einzelner Vokale beim Vortrag des Heiligen Koran, besonders wenn die Variationen zu Missverständnissen bei den Nichtmuslimen führen konnten. Allerdings wurde nun Hadhrat Usmanra von andersgläubigen Gelehrten vorgeworfen, er habe den Text des Heiligen Koran abgeändert und die von ihm verbreiteten Abschriften stimmten nicht mehr mit dem offenbarten Text überein. Damit glaubten diese Schriftsteller die Echtheit des Heiligen Koran-Textes auf scharfsinnige Weise anzugreifen; ein wahrer Kenner der arabischen Sprache und der Geschichte des Heiligen Koran hat nur ein mitleidiges Lächeln über derartig naive Gedankengänge.

Sir William Muir in seinem Werk "Das Leben Muhammads" fasst seine Betrachtungen über die Authentizität des Heiligen Koran wie folgt zusammen:

"Was wir haben, obschon wahrscheinlich von ihm selbst korrigiert, ist doch sein eigenes … Wir dürfen, auf die stärksten Beweise hin, feststellen, dass jeder Spruch des Heiligen Koran die echte, unverfälschte Fassung von Muhammad selbst ist." (S. XXVIII)

"Es besteht anderseits jede Gewähr, innerlich und äußerlich, dass wir den Text besitzen, den Muhammad selbst ausgab und gebrauchte." (S. XXVIII)

Und wieder:

"… und wir schließen mit wenigstens einer engen Annährung an das Urteil von Von Hammer, daß wir glauben, daß der Koran so sicher das Wort Muhammads ist als die Muslime glauben, daß er das Wort Gottes ist." (S. XXVIII)

Nöldeke sagt:

"Kleine Schreibfehler können vorhanden sein, aber der Koran Usmans enthält nur echte Bestandteile, obwohl manchmal in sehr merkwürdiger Reihenfolge. Die Bemühungen europäischer Gelehrter, die Existenz späterer Änderungen im Koran zu beweisen, sind gescheitert." (Enc. Brit. 9 Ausg. unter dem Wort Koran)