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Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen
Muslime, die an den Verheißenen Messias und
Imam Mahdi, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad
Qadiani (as), glauben.

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Muslime, die an den Verheißenen Messias und Imam Mahdi,
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Bestimmung der menschlichen Schöpfung

Ohne Gott kann es keinen Frieden geben

Dem koranischen Schöpfungsentwurf zufolge hätte die Philosophie einer Schöpfung nur eines unbeseelten Universums kaum einem anderen Zweck gedient, als – Gott behüte – ein sinnloser Akt auf Seiten des Schöpfers zu sein. Wer würde darum wissen, und wer würde mit dem Schöpfer das Wissen um die Dinge teilen? Es wäre gleichbedeutend damit gewesen, nichts erschaffen zu haben. Der Zweck der Schöpfung bestand darin, ein Bewußtsein zu schaffen und letztendlich die Güte dieses Erkenntnisvermögens in Übereinstimmung mit der Schöpfungsabsicht zu verfeinern, zu weiten und zu erhöhen. Dies ist keine einfache Bestimmung und benötigte eine gesonderte umfassende Erörterung, die den Rahmen der heutigen Ansprache sprengen würde.
Der entscheidende Teil, um es einfach auszudrücken, lautet, daß der Endzweck der Schöpfung darin bestand, ein bewußtseintragendes Wesen höchster Ordnung zu erschaffen, das sich nicht nur freiwillig der zuhöchst vollkommenen Schönheit Gottes unterwirft, sondern auch seine Mitschöpfung der höchsten Ordnung (d. h. die Menschheit) diesem letztendlichen Ziel zuführen würde, oder es zumindest denjenigen unter ihnen ermöglichte, die danach begehrten, Ihm zu folgen. Man entferne, rein angenommen, für eine Weile die letztendliche Bestimmung der Schöpfung, und plötzlich fiele die gesamte raison d’etre [Daseinsberechtigung] der Schöpfung und Erhaltung des Universums wie ein Kartenhaus zusammen.

In einem vereinfachten Beispiel liegt der Grund für das Pflanzen eines Setzlings sowie das Hegen, Bewässern, Zurechtschneiden und Pflegen eines Fruchtbaums in der Frucht selbst. Gäbe es keine Frucht, gäbe es auch keinen Baum. All die Anstrengungen des Pflanzens, Hegens und Pflegens des Fruchtbaums ohne Plan und Vorstellung der Frucht als Enderzeugnis wären gänzlich vergebens und bedeutungslos. Als solches bleibt der gesamte Obstbaum, einschließlich seines Wurzelwerks, Stengels, Stammes, seiner Zweige, Blätter und Knospen der Frucht gegenüber geradezu verpflichtet. Obschon in der Zeit voraus, bleiben alle Teile des Baumes dem endgültigen Zweck verpflichtet.

Es ist die Wohltätigkeit des Zwecks, die das Werkzeug der Schöpfung selbst gebiert. Angesichts dieser Beziehung zwischen der höchsten Bestimmung der Schöpfung und dem Rest des Weltalls, wäre man, wenn man die Lehren des Islam erkundete, überrascht zu erkennen, daß Islam nicht nur die Beziehung zwischen dem Menschen und Gott und zwischen Gott und dem Menschen umfasst, sondern ebenso des Menschen Beziehung zum Tierreich und der unbeseelten Welt um ihn herum.

Alles was existiert, wird heilig nicht aufgrund seiner Überlegenheit über den Menschen, sondern weil es vom Herrn der Schöpfung arteigen für den Menschen erschaffen wurde, sei es direkt oder indirekt. Nichts innerhalb des Weltalls bleibt mehr unnahbar oder zusammenhanglos. Selbst die entferntesten Sterne erlangen eine Bedeutung und einen Platz im Plan der menschlichen Schöpfung. Dies ist es, was wiederholt im Heiligen Koran unter verschiedenen Gesichtspunkten erörtert wird und wovon die folgenden Verse eine Auswahl bilden:

"Bei der Sonne und ihrem Glanz, und bei dem Mond, wenn er ihr folgt, und bei dem Tag, wenn er sie enthüllt, und bei der Nacht, wenn sie sich bedeckt, und bei dem Himmel und seiner Erbauung, und bei der Erde und ihrer Ausbreitung, und bei der Seele und ihrer Vollendung – Er gewährte ihr den Sinn für das, was für sie unrecht und was für sie recht ist. Wahrlich, wer sie lauterer werden läßt, der wird Erfolg haben; und wer sie in Verderbnis hinabsinken läßt, der wird zuschanden.“ (91:2-11)

"Und Er hat euch dienstbar gemacht, was in den Himmeln und was auf Erden ist; alles ist von Ihm. Hierin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.“ (45:14)

"Und Er hat für euch die Nacht und den Tag dienstbar gemacht und die Sonne und den Mond; und die Sterne sind dienstbar auf Sein Geheiß. Fürwahr, darin sind Zeichen für Leute, die von der Vernunft Gebrauch machen.“ (16:13)

"Habt ihr nicht gesehen, daß Allah euch alles dienstbar gemacht hat, was in den Himmeln und was auf der Erde ist, und Seine Wohltaten reichlich über euch ergossen hat, äußerlich wie innerlich? Und doch gibt es unter den Menschen so manchen, der über Allah streitet, ohne Kenntnis und ohne Führung und ohne ein erleuchtetes Buch.“ (31:21)

"Wahrlich, Wir haben den Menschen in schönstem Ebenmaß erschaffen.“ (95:5)


Viele andere Verse und selbst kleine Kapitel des Heiligen Koran sind gänzlich diesem Thema gewidmet und erklären, dass der Mensch ein Mikrokosmos ist, dem von allen Formen der Schöpfung Einfluß zuteil wurde. Selbst der entfernteste Stern hat zu diesem menschlichen Mikrokosmos seinen Beitrag geleistet. Indes ist diese Beziehung nicht die eines Dieners zu seinem Meister, sondern die eines Meisters zu seinem Diener. Die Meister verbeugen sich nicht und werfen sich nicht nieder vor jenen, die ihnen dienen. Also tritt der Mensch in Erscheinung als Meister des gesamten Universums und Diener nur des Einen, Der Herr und Schöpfer des Universums ist. Wie anders ist diese Philosophie im Vergleich zu denen vieler anderer Religionen, die nicht nur Götzendienst lehren, sondern auch Naturanbetung in vielerlei Gestalt. In ihren Philosophien erscheinen der Mond, die Sterne, die Sonne, Meere, Bäume, Regen, Blitze, Gewitter oder sogar Tiere wie Kühe, Schlangen oder Vögel alle als dem Menschen irgendwie überlegen.

Der Mensch wird gelehrt, sie Kraft der Eigenschaft ihrer unbestimmten Überlegenheit über den Menschen als Götter zu verehren. Kurzum, der Mensch wird am untersten Punkt der Leiter angesiedelt und einem jeglichen Ding untergeordnet, das nur geschaffen worden war, ihm zu dienen. Innerhalb des islamischen Verständnisses des großen Plans aller Dinge ist der Mensch sozusagen der Meister alles Geschaffenen. Daher ist es der Mensch, der dem Schöpfer gegenüber in der größten aller Pflichten steht, weil er es ist, der am meisten aus der Schöpfung Gottes Nutzen zieht, Der ein jedes Ding in den Dienst am Menschen genötigt hat.

Mit anderen Worten, der Mensch hat sich von jeglicher Fessel befreit dadurch, dass er nur eine einzige Fessel anerkennt – die seines Schöpfers. Der Mensch ist die Vermenschlichung und das Sinnbild von Gewissen und Erkenntnisvermögen des gesamten Weltalls. Wenn er sich vor seinem Schöpfer beugt und sich vor Ihm niederwirft, beugt und niederwirft sich in ihm der gesamte Kosmos. Wenn er zum Schöpfer zurückkehrt, kehrt sozusagen die gesamte Weltordnung zum Schöpfer zurück. Diese endgültige Erkenntnis und das Umformen des eigenen Lebens dieser Bestimmung entsprechend, bedeutet dem Islam zufolge endgültiger Friede. Eine Wendung aus dem Heiligen Koran, die von Muslimen oft angebracht wird, faßt diese Philosophie in einigen wenigen Worten zusammen:

"Allahs sind wir und zu Ihm kehren wir heim.“ (2:157)


Wenige nur verstehen, daß die Bedeutung von „heimkehren“ hier nicht körperlich, sondern geistig gemeint ist. Es ist nicht nur die Feststellung einer Tatsache, sondern eine Erinnerung an den Zweck der menschlichen Schöpfung. Genauso wie ein Lachs keinen Frieden finden kann, solange er nicht an den Ort seiner Herkunft, seinen Laichplatz, zurückkehrt, kann das menschliche Herz keinen Frieden finden, ohne geistig an die Quelle seiner Schöpfung zurückzukehren. Das ist die Bedeutung des Verses:

"Sie, die glauben und deren Herzen Trost finden im Gedenken Allahs. Ja! Nur im Gedenken Allahs ist es, daß Herzen Trost finden können.“ (13:29)

Der Mensch kann nicht mit sich selbst in Frieden leben, noch kann ohne diese Formel innerhalb einer Gesellschaft Frieden gewährt werden; keine andere Formel kann funktionieren. Es ist allein die Liebe zu Gott, die wahrhaftige Ehrerbietung für Seine Schöpfung erzeugen kann. Je höher die Ordnung der Schöpfung, umso näher kommt sie dem Schöpfer und je stärker wird das zwischen dem Geschaffenen und dem Schöpfer geknüpfte Band.

Der Mensch beginnt, andere Menschen aus einem höheren und edleren Zweck heraus zu achten; d. h. aus seiner Ehrerbietung und der Verpflichtung heraus, die er seinem Schöpfer schuldet, beginnt der Mensch die Menschheit zu achten. Man kann daher sagen, dass es im Wesentlichen die Liebe zu Gott ist, die sich in die Liebe zu Seiner Schöpfung wandelt. Man entferne, rein angenommen, Gott für einen Augenblick aus diesem Entwurf, und plötzlich erlangen menschliche Beziehungen eine vollkommen andere Sicht. Diese von der Nichtexistenz Gottes hervorgerufene Leere wird plötzlich vom menschlichen Ich gefüllt. Es ist eine äußerst unbedachte und zuhöchst unkundige Philosophie, daß der Mensch ohne Gott leben könnte.

Was Gottesleugnung letztendlich erreicht, ist nicht nur der Tod eines Gottes, sondern die plötzliche Erweckung einer Myriade von Göttern. Jedes vorhandene, erkenntnisträchtige Wesen sieht sich plötzlich selbst zu seinem oder dessen eigenen Gott erhoben. Eigennutz, Selbstsucht und die vollständige Verpflichtung, den eigenen Zielen zu dienen, werden immer stärker und allgewaltiger. Gesellschaften, die aus Ziegeln derartiger Einzelpersönlichkeiten errichtet werden, verbleiben immer ichbezogen und selbstorientiert.

Es bleibt keine Folgerichtigkeit zurück, anderen gegenüber wohltätig zu sein, ohne tiefere Beweggründe zu haben. Es verbleibt kein äußerlicher Bezugspunkt in der Gestalt eines wohltätigen Gottes mehr übrig, Der der einzige Verbindungs- und Treffpunkt aller Ausformungen von Schöpfung ist. Dies ist die grundlegende islamische Philosophie. Ohne eine Rückkehr zu Gott kann man keinen Frieden finden, und ohne diesen Frieden kann innerhalb der Gesellschaft kein Frieden verbreitet werden. Alle menschlichen Anstrengungen, Frieden aus selbstsüchtigen versteckten Beweggründen heraus zu schaffen, sind zum Scheitern verurteilt und führen zu nichts. Wenn es keinen Gott gibt, gibt es keinen Frieden. Das ist die letztgültige Wahrheit.

 

Quelle: Der 4. Khalifa der Ahmadiyya Muslim Jamaat: Mirza Tahir Ahmad, Islam – Antworten auf die Fragen unserer Zeit, Verlag Der Islam, 2008, S. 306-313 

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