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Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen
Muslime, die an den Verheißenen Messias und
Imam Mahdi, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad
Qadiani (as), glauben.

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Muslime, die an den Verheißenen Messias und Imam Mahdi,
Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad Qadiani (as), glauben.
Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen

Erbsünde und Dreieinigkeit

Wenden wir uns nun dem Christentum zu, welches in einem Bereich heranwuchs, der von der Natur mit vorzüglichem Intellekt und ungewöhnlichen Verstandeskräften ausgestattet ist, und demgemäß waren die Erwartungen in diesem Fall höher. Aber es tut uns leid zu sagen, dass hinsichtlich der Religion und der Einheit Gottes ihre Lage die schlechteste ist und deren Glauben eine Schande für ihre Philosophie und Wissenschaft ist. Betrachten wir ihre Klugheit und Geschicklichkeit in der Handhabung weltlicher Dinge und ihren Geist für Erfindungen einerseits, und ihre Schwäche, religiöse Wahrheiten zu begreifen und die Verblendung, einen schwachen Menschen für den Herrn der Welten zu halten, andererseits, so sind wir außerstande, über diese unvereinbare Beschaffenheit Rechenschaft abzulegen. Wir finden eine unerreichte Intelligenz im einen Fall und einen gleichen Mangel im anderen Fall vor.

Zwischen den irrigen Pfaden, die die Christen und die Muslime beschritten haben, kann sicher und mit Leichtigkeit ein Unterschied gemacht werden. Unter den letzteren geschieht die Übertretung weitgehend auf Seiten der Menschenrechte, während die Übertretung bei den ersteren auf Seiten der Pflichten zu finden ist, die wir unserem Schöpfer schulden.

Die Doktrin des Jihad hat die Herzen von Muslimen in solch einem Ausmaß verhärtet, dass sie für ihre Mitmenschen kaum mehr wahre Liebe und Sympathie aufbringen können. Die Unerleuchteten unter ihnen sind ohne weiteres bereit, einer unschuldigen Person die Kehle durchzuschneiden oder schon aus geringstem Anlass oder aufgrund persönlicher Motive eine Gewalttätigkeit gegen sie zu verüben, und so mit ihrem brutalen Verhalten die menschliche Natur zu degradieren.

Die Christen haben die furchtbarste Gewalttat gegen die Ansprüche des Göttlichen Wesens verübt. Sie haben statt Ihm einen schwachen Menschen als Gott aufgestellt. Es ist zu bedauern, dass sie damit nicht einmal ihren Zweck erreicht haben, für den sie ein Geschöpf vergöttlichten. Wir können das Gute nicht sehen, das sich daraus für sie ergeben hat. Wenn der Glaube an das Blut Jesuas die Macht hat, den Menschen von der Sünde zu reinigen, warum hat dann dies Europa nichts genützt? Warum hat das Sühneopfer Christi sich nicht als Heilmittel gegen die Gewohnheitssünden Europas erwiesen, derer Erwähnung allein man sich schon schämt? Dort hat es nicht nur versagt, von den großen Lastern zu befreien, sondern hat ihre schlimmste Entfaltung erst in Gang gebracht. Legt Europa ein höheres moralisches Niveau an den Tag oder hat es weniger Übel als die östlichen Länder? Falls nicht, warum ist es den Verteidigern dieser Lehre nie eingefallen, ihr Rezept zu überprüfen und nach einem neuen Heilmittel zu suchen?

Jeder Arzt muss auf diese Maßnahme zurückgreifen, und wenn er sieht, dass sich die Gesundheit seines Patienten durch ein Heilmittel nicht bessert, muss er ein anderes verwenden. Wenn wir uns schon so sehr um die Bequemlichkeit für ein paar Tage sorgen, warum geben wir dann nicht acht auf dieses wichtige Problem, von dem das immerwährende Wohlergehen des Menschen abhängt?

Neunzehnhundert Jahre sind verstrichen, seit das Blutopfer Jesuas erstmals der Welt als ein offenkundiges, von Sünden heilendes Mittel vorgestellt worden ist, aber anstatt Gutes zu bewirken, hat es sich für die Gesellschaft als schädlich erwiesen und das Böse verstärkt, welches es gern gemildert hätte. Müssen wir wirklich daran festhalten, dass der Glaube an Jesuas Blutopfer die Menschen von der Knechtschaft der Sünde befreit, oder sollten wir erwarten, dass dieser Glaube in Zukunft das tun wird, wozu er lange Zeit außerstande war, und dass die Zeit kommt, da christliche Nationen aus anderen herausragen werden im Vermeiden von Sucht und Ungerechtigkeit?

Ein vorurteilsfreier Europäer oder ein Reisender, der schon in den großen europäischen Städten gewesen ist, seinen größten Kulturzentren wie Paris, wird bedenkenlos die Wahrheit anderer Darstellungen bezeugen. Vielmehr haben einige Teile Europas den tiefsten Stand an Entartung erreicht und betrachten das Laster ohne jegliche Abscheu, wie sie auch seinen schädlichen Konsequenzen keine Beachtung schenken. Mehr als eine Frau zu heiraten, ist dort ungesetzlich, aber mit Wollust eine Frau zu betrachten, ist kein Vergehen. Gibt es denn einen Vers in den Evangelien, der das schimpfliche Verhalten der Millionen Frauen in Frankreich und anderen Ländern rechtfertigt, welche ihr Leben lang nicht heiraten, oder ist es nur zu wahr, dass sich Jesuas Blutopfer als Ruin für die Gesellschaft erwiesen hat?

In Wahrheit gibt es keine natürliche Beziehung zwischen dem Tod eines Mannes und dem Freikauf eines anderen. Wir können uns Segnungen nur von einem lebendigen Gott denken und nicht von einem toten Gott, um über die Göttlichkeit eines toten Gottes zu sprechen. Die ganze Welt wird durch den Sonnenaufgang erhellt und nicht durch den Sonnenuntergang. Neunzehnhundertjahrelange Erfahrung mit Misserfolgen dieses Heilmittels, mit dem wünschenswerter Erfolg erzielt werden sollte, schwächt das Fundament eines Gottessohnes, auf welchem der gesamte Oberbau aufgebaut ist.

Der Tod Gottes ist zweifellos eines missersonnene Idee, aber vermutet man, dass das Allmächtige Wesen Seinen Weg aus der Schwierigkeit menschlicher Erlösung nicht finden konnte, außer durch den angenommenen seltsamen Weg, so würde es einige Genugtuung bedeuten, wenn das ersehnte Ziel denn auch erreicht worden wäre. Aber das Ziel wurde niemals erreicht, und die Welt ist immer tiefer in die Sünden schlimmster Art verstrickt worden.

Dieses nichtssagende und unvernünftige Werk der Gottheit kehrt sich deshalb zum absoluten Misserfolg um. Dass Gott durch den Leib einer Frau geboren worden sein sollte, um Bestrafung, Schmach und Tod zu erleiden, ist in erster Linie gegen die festgesetzten Göttlichen Gesetze, denn es gibt weder einen die Herzen der Menschen zufrieden stellenden Präzedenzfall, dass Gott auf diese Weise in die Welt geboren zu werden pflegte, noch ist durch irgendwelche außergewöhnliche Zeichen der Anspruch erhoben worden, damit vernünftige Geister zu überzeugen, dass durch sie eine größere Kraft an den Tag gelegt wurde, als in den von anderen Propheten gewirkten Wundern offenbar wurde. Auch wird der Defekt dieses vollkommenen Beweismangels nicht wiedergutgemacht durch die Aufwartung mit vorgetäuschten Konsequenzen, für welche das gefährliche Dogma in die Welt eingeführt wurde.

Die zwei großen Laster, in denen alle fleischlichen Begierden heranwachsen, sind das Trinken und die Prostitution, und es sind christliche Nationen, in denen wir ihre schlimmsten Entwicklungen vorfinden. Die Mehrheit der Bürger Europas sind in diese zwei Laster verwickelt, und es liegt keine Übertreibung in der Behauptung, dass Europa in der Trunksucht all die ungeheuer übervölkerten Länder Asiens schlägt, und eine einzige Großstadt in Europa eine größere Anzahl von Wirtshäusern besitzt, als die Gesamtzahl von Läden aller Art in einer asiatischen Stadt beträgt. Überdies hat die Erfahrung zweifelsfrei nachgewiesen, dass Trunkenheit die Wurzel allen Übels ist, und dass der berauschte Mann dazu neigt, auf die geringste Provokation hin die schrecklichsten Verbrechen zu begehen. Andere Übel sind davon nicht trennbar. Frömmigkeit und Trunkenheit sind wie Licht zu Dunkelheit, und sie können niemals zusammen an einem Ort existieren. Derjenige, der sich ihrer bösen Konsequenzen nicht bewusst ist, ist nicht weitblickend. Eine andere Schwierigkeit diesbezüglich, das Aufgeben der Trink-Gewohnheit, wird von ernsthaften Schwierigkeiten begleitet.

Nun erhebt sich natürlich die Frage, ob es ein wahres Heilmittel für die Befreiung von der Knechtschaft der Sünde gibt, wenn das Sühneopfer Christi dies nicht ist. Ich behaupte es nicht nur eindringlich, sondern biete als meine eigene Erfahrung und wohlerprobtes Mittel an, dass seit der Erschaffung des Menschen bis heute nur eine einzige sichere Methode existiert, um von der Sklaverei der Sünde und dem Ungehorsam gegen Gott erlöst zu werden. Nichts kann sicher gegen die Sünde wirken, außer einem gründlichen Wissen über Gott, erworben durch sichere und überzeugende Argumente und strahlende Zeichen Seiner Existenz. Man soll nicht einfach nur glauben, dass ein Gott ist, sondern Gott kennen und Gott sehen. Eben durch solches Wissen von Gott erkennt der Mensch klar, dass der Zorn Gottes wie verzehrendes Feuer ist, und dass eine Offenbarung der Schönheiten Gottes die Seele beruhigt und offenbar macht, dass wahre Wonne und ewige Glückseligkeit aus beständiger und ehrfurchtsvoller Anbetung Gottes bestehen.

Jeder Schleier, der das Angesicht Gottes vor den Menschen verbirgt, wird dann gelüftet, und die Göttliche Glorie und Schönheit werden in ihrem vollen Glanz enthüllt. Dies ist der einzige Weg, auf dem sinnlichen Begierden beherrscht werden können, und es ist nur ein solches Wissen von Gott, das eine echte Umwandlung im Menschen schafft. Manche Leute möchten vielleicht denken, dass auch sie an Gott glaubten, Gott liebten und Ihn fürchteten, doch ihnen nicht die Reinheit der Seele gewährt ist. Andere möchten vielleicht einwenden, dass die ganze Welt, mit Ausnahme einiger weniger, nicht ungläubig gegen Gott ist, und doch wüten Sünde und Bosheit in der Welt. Aber tatsächlich besteht ein großer Unterschied zwischen einem Glauben an Gott und einem Wissen von Gott. Ich beabsichtige nicht zu sagen, dass einem, der lediglich an Gott glaubt, die Kraft gewährt wird, die Sünden zu überwinden, aber solche Kraft wird dem gewährt, der ein gründliches Wissen von Gott hat, und der beides gekostet hat, die Gottesfurcht und die Gottesliebe. Der an Gott Glaubende gibt ganz einfach zu, dass ein Gott existiert, aber einer, der ein gründliches Wissen von Gott hat, sieht in Wirklichkeit, was der andere einfach aufgrund von Wahrscheinlichkeit nicht zurückweist.

Wenn gesagt wird, der Satan habe ein klares Wissen von Gott und doch ist er ungehorsam gegen das Göttliche, so sei die Antwort, dass eine solche Sichtweise nicht korrekt ist. Satan hat nicht die perfekte Kenntnis, welche dem Rechtschaffenen von Gott gewährt wird. Es liegt im Wesen des Menschen, dass er, wenn vollkommenes Wissen ihn sicher gegenüber etwas macht, unbedingt davon erfüllt ist. Er vermeidet jeden schrecklichen Pfad der Zerstörung, wenn er es einmal erkannt hat. Es ist deshalb unmöglich, dass ein wirkliches Wissen von Gott und Ungehorsam gegen Seine Gebote im selben Herzen wohnen können, denn wenn das eine Dunkelheit ist, ist das andere Licht und muss jene vertreiben.

Wir sehen gewöhnlich, dass eine Sache, die sich aus Erfahrung als nützlich und förderlich für irgend etwas Gutes erwiesen hat, begierig von jedem verlangt wird, während das, was sich schädlich erwiesen hat, verhasst ist und sogar mit Abscheu betrachtet wird. Zum Beispiel wird der Mann, der Strychnin in seiner Hand hält, sich aber dessen verhängnisvoller Eigenschaft nicht bewusst ist, es möglicherweise unter dem Eindruck, es sei ein harmloses Medikament, in beliebiger Menge zu sich nehmen; doch die Person, die weiß, es ist ein Gift, kann es nicht in irgendeiner solchen Menge einnehmen, da es sie sicher töten würde, wie sie weiß.

Auf ähnliche Weise ist es eine zuverlässige und offensichtliche Wahrheit, dass man, wenn man sicher weiß, da ist ein Gott, der jede Überschreitung bestraft, und dass Strafe sicher auf jede ungehorsame Tat folgt, zu respektvoller Entfernung von jeder Art von Missetat bleibt, wie z.B. Blutvergießen, Diebstahl, Prostitution, Unterdrückung, Ungerechtigkeit, Vertrauensbruch, Andere-als-Gott-Aufzustellen, Lügen, Falsches-Zeugnis- Geben, Eitelkeit, Heuchelei, Unterschlagung, Betrügerei, Beschimpfung, Schwindel, Treulosigkeit, Nachlässigkeit, Lüsternheit, Undankbarkeit gegen Gott, mangelnde Gottesfurcht, Selbstsucht, keine Sympathie für die Menschen zu haben, zu Gott nicht mit furchtsamem Herzen zu beten, dem Luxus und weltlichen Freuden zu frönen, Vergesslichkeit Gott gegenüber, Sich- Fernhalten von Gebet und Demut des Herzens, Verfälschen von Verkaufsartikeln oder Betrügen von Kunden, zu knappes Abwiegen, zu höherem Preis verkaufen als der Marktwert beträgt, nicht den Eltern zu dienen, Barschheit den Ehefrauen gegenüber, Ungehorsam gegen die Ehemänner, das Nachschauen fremden Männern und Frauen mit sinnlicher Begierde, sich nicht um die Waisenkinder zu kümmern, die Alten, Schwachen und Kranken geringschätzen, Missachtung der Rechte der Nachbarn und sie zu beleidigen, einen Gefährten zu beschimpfen, um sich in Eitelkeit hervorzutun, andere zu verhöhnen und in anstößiger Sprache einen körperlichen Defekt zu beschreiben, um eine bestimmte Person, zu beleidigen, jemanden mit Schimpfnamen benennen, jemanden falsch zu belasten, vorzutäuschen, dass man von Gott Offenbarungen erhält, oder sich fälschlich auf eine Apostelschaft, Botschaft oder Prophezeiung von Ihm zu berufen, die Existenz Gottes verleugnen, und sich gegen einen guten Gesetzgeber zu empören oder mutwillig Zwietracht im Land zu schaffen.

Die Behauptung, dass wir wissen, dass es einen Gott gibt und dass die Sünde bestraft werden wird, und trotzdem noch Sünden zu begehen, und zu sagen, dass deshalb die Unzulänglichkeit der Methode aufgezeigt sei, ist nichts als Täuschung. Unmöglich würde der Mensch riskieren, eine Sünde zu begehen, nach der sicheren Überzeugung, dass er kaum eher die Gebote des Allmächtigen übertreten könnte, als ihn das Feuer der Bestrafung schon blitzschnell im Nu verzehren würde. Der Grundsatz, auf dem hier die Betonung liegt, ist einer, der der Widerlegung trotzt.

Unbestreitbar gibt es im Menschen nicht die Tendenz, eine Tat zu versuchen, so oft dieser Tat mit Sicherheit eine bestimmte Bestrafung folgt. Niemand hält seine Hand in brennendes Feuer oder stürzt sich selbst vom Gipfel eines Berges hinunter oder springt in einen Brunnen oder stellt sich vor einen fahrenden Zug oder hält seine Hand in eine Löwenrachen oder streckt sein Bein vor einem tollwütigen Hund aus oder stellt sich unter einen einschlagenden Blitz oder bleibt in einem Haus, wenn das Dach über seinem Kopf zusammenfällt, oder bleibt auf einem gerade einsinkenden Grund stehen. Gibt es einen beherzten Mann, der, wenn er eine giftige Schlange auf seinem Bett sieht, nicht sofort auf den Boden springt? Oder wird der waghalsigste Mann, wenn sein Haus brennt, nicht alles von den Flammen verzehren lassen, um mit dem nackten Leben davonzukommen? Wenn dies alles wahr ist, und der Mensch natürlicherweise vor der Gefahr flieht, warum bleibt er dann nicht frei von Sünden und entflieht dem kommenden Zorn? Es gibt keine zufriedenstellende Antwort auf diese Frage, außer, dass in den zwei Fällen ein Unterschied besteht, was die Gewissheit der Konsequenzen betrifft.

Die meisten Leute haben tatsächlich kein sicheres Wissen bezüglich der Folgen ihrer Vergehen. Sie sind sich zweifellos der Schädlichkeit der Sünde bewusst, aber sie fürchten sie niemals wie den Löwen oder die Schlange. Unter diesem äußerlichen Glauben versteckt sich eine Vorstellung, es gebe keinen positiven Beweis in Bezug auf die Vergeltung. Selbst die Existenz Gottes ist nicht ohne Frage. Es besteht auch eine Unsicherheit hinsichtlich der Unsterblichkeit der Seele, oder falls als unsterblich angenommen, wer könne schon über ihr künftiges Schicksal etwas sagen oder ob etwa Übertretung von Gottes Geboten wirklich bestraft werden wird? Dass solche Gedanken in den Köpfen verborgen sind, steht außer leisestem Zweifel, obgleich sie dort vielleicht unerspäht bleiben wird oder sogar ungeahnt. Aber wie zu Anlässen eindeutiger Gefahr oben Beispiele angeführt wurden, wird Zerstörung totsicher die unmittelbare Folge sein, und deswegen kann keiner an die Gefahr herantreten, oder wenn jemand vor ihr Angesicht gebracht wird, wird er davoneilen.

Zusammenfassend sei gesagt, dass die meisten Menschen nicht jene Sicherheit in religiösen Angelegenheiten besitzen, wie sie sie in der materiellen Welt haben. Im einen Fall haben sie Gewissheit, im anderen eine bloße Idee, eine Vermutung sozusagen: In diesem fühlen und sehen sie, in jenem ist da ein totes Märchen. Nebel kann die Dunkelheit der Sünde nicht vertreiben, da muss schon klares Licht herrschen. Ich sage es klar und deutlich, dass die wahre Erlösung der Menschheit in keiner Beziehung zur Kreuzigung Jesuas steht, und sogar wenn tausend Messiasse gekreuzigt würden, dieses Ziel niemals erreicht werden könnte. Nur eine gründliche Kenntnis von oder eine vollkommene Liebe zu Gott kann die Menschen von der Knechtschaft der Sünde befreien. Was den Tod Jesuas am Kreuz anbetrifft, so ist dies zunächst einmal keine wahre Aussage, und hat überdies keine Verbindung mit der Linderung von Sünde. Es ist eine unklare Behauptung ohne Grundlage und ohne Folgen. Beweismaterial stützt sie nicht, noch bestätigt sie die Erfahrung. Der Freitod eines Messias hat keine denkbare Beziehung zur Vergebung der Sünden eines anderen.

Die wahre Natur von Erlösung bedeutet, dass der Mensch befreit werden sollte aus der Sündenverdammnis in dieser unserer Welt. Das Versprechen einer Erlösung im künftigen Leben, während dieses im Sündenfeuer verbracht werden muss, ist nichts als ein Trugschluss. Unnütze Märchen können einen nicht der schweren Last entheben, die man so sehnlich abzuschütteln wünscht, noch haben diese kindischen Geschichten, die bar jeder reinen Wahrheit und gänzlich der Sache fremd sind, irgend etwas Gutes dafür bewirkt oder ihre Verteidiger gerettet. Sucht im ganzen Land, von Norden nach Süden und von Osten nach Westen, ihr werdet keinen einzigen Menschen finden, welcher durch diese Geschichte zu jener Rechtschaffenheit des Herzens gelangt ist, die Gottes strahlendes Angesicht enthüllt. Es ist diese Rechtschaffenheit, die einen Menschen nicht nur die Sünde verabscheuen lässt, sondern ihm auch wirkliche Aussicht auf ein künftiges Paradies gibt, indem sie ihm in der Freude an der Wahrheit schon in diesem Leben himmlische Wonne gewährt. Die menschliche Seele zerschmilzt und wirft sich in Demut vor der Majestät Gottes ohne Zurückhaltung nieder. Ein Licht steigt vom Himmel herab und zerstreut die Düsterkeit fleischlicher Begierden.

So wie Dunkelheit einen Raum am hellichten Tag erfüllt, dessen Türen geschlossen sind, während jedoch Licht hereindringt, wenn jemand, sich die Mühe macht und die Türen öffnet, ist es der Fall mit dem Geist des Menschen. Er muss sich selbst bis zum Äußersten bemühen, bevor er wirklichen Gewinn erntet. Um Licht in einen Raum hereinzulassen, muss man von seinem Platz aufstehen und die Fenster öffnen. Solange dies nicht geschieht, kann man nicht an den Gaben der Naturgesetze teilhaben. Ein Dürstender kann seinen Durst nicht mit dem bloßen Gedanken an Wasser löschen, sondern stolpernd und fallend muss er eine süße Wasserquelle erreichen und sich bücken, um daraus zu trinken. Dann erst wird sein brennender Durst gelöscht. Das Wasser des Lebens, das eure Seelen von der Entzündung der Sünde kühlen und erfrischen kann, ist vollkommene Zuversicht. Auf dieser Erde und unter den Himmeln gibt es kein anderes Heilmittel, um von Sünden gereinigt zu werden.

Kein Kreuz kann dich von Übel befreien, kein Blut kann dich von den Fesseln der Leidenschaft befreien. Traue diesen Dingen nicht, denn sie haben nichts mit Befreiung zu tun. Denke über Realitäten nach und über Wahrheiten. Probiere es, wie Du es in der materiellen Welt tust, und Du wirst sehen, es gibt kein Licht außer jenem, welches von wirklicher Sicherheit ausgeht, das Dich aus der fleischlichen Dunkelheit der Sinne herausziehen kann, und es gibt kein reines und süßes Wasser außer dem, welches aus gründlicher Kenntnis und einer wirklichen Offenbarung von Gottes Angesicht fließt, welches auch die Unreinheiten der Seele reinigen und das brennende Herz erfrischen kann.

Wenn jemand eine andere Theorie vorschlägt, oder einer nach einem anderen Prinzip handelt, ist der erstere unwissend und der zweite täuscht sich. Nicht Licht können sie Dir geben, sondern weitere Finsternis an Zweifeln, und nicht das kühle und süße Wasser, das sie Dir versprechen, sondern noch mehr Brennen und Entzündung. Kein Blut kann Dich läutern außer dem reinen Blut, das die nährende Gewissheit erzeugt, und kein Kreuz kann Dich erlösen außer dem Kreuz, das Du ertragen musst, um auf dem rechten Weg zu gehen.

Ist es denn nicht wahr, dass Du nicht sehen kannst, solange da kein Licht ist, und solange Du nicht auf dem rechten Weg schreitest, kannst Du nicht das Ziel erreichen. Denke an das, was weit entfernt ist von dem, was nahe ist, und beurteile die geistige nach der materiellen Welt. Die Gesetze, die in der einen maßgebend sind, gelten auch in der anderen Welt, denn beide haben denselben Ursprung. Gibt es einen Mann, der ohne Hilfe der Augen sehen kann, oder ohne Hilfe der Ohren hören kann, oder sprechen kann außer mit Hilfe der Zunge? Warum nicht nach ähnlichen Gesetzen in geistigen Angelegenheiten suchen? Kann einer mit offenen Augen am Rand einer bodenlosen Grube stehenbleiben? Oder ist einer nicht bestürzt, wenn er eine Stimme in seinem Ohr vernimmt, die ihn vor dem Nahen von Dieben warnt? Oder, noch einmal, gibt es jemanden, der ungeachtet gesunder Geschmackssinne mit Genuss bittere und giftige Arzneimittel zu sich nimmt, welche Magenstörungen, Erbrechen, Anschwellung des Leibes oder andere verhängnisvolle Krankheiten hervorrufen, die zu guter Letzt das ganze System zerstören?

Wenn der Mensch schon in der materiellen Welt von so vielen Dingen zu seiner Orientierung abhängig ist, dann benötigt er doch gewiss in der spirituellen Welt auch ein Licht, das ihm das Übel der Pfade der Bosheit aufzeigt, eine Stimme, die ihn vor den vielbesuchten Plätzen der Diebe und Straßenräuber warnt, und einen Geschmack, um Bitteres von Süßem und Gift von Gegengift zu unterscheiden. Diese Dinge benötigt er Mensch, um gerettet zu werden. Erlösung kann man nicht erreichen außer durch Licht, und der Blinde, der auf das Blut eines anderen vertraut, um von Sünden errettet zu werden, vertraut nur einem schwankenden Schilfrohr.

Einer, der nur nach Rettung in der nächsten Welt verlangt, ist sicherlich auf der falschen Spur. Wahre Erlösung ist solche, die in diesem Leben beginnt. Sie ist ein Licht, das ins Herz hineinfließt und den Abgrund der Vernichtung aufzeigt. Schreitet deshalb auf dem Pfad der Wahrheit und der Weisheit, dann werdet ihr Gott finden. Belebt und erwärmt euer Herz, damit ihr fähig werdet, euch in Richtung der Wahrheit zu bewegen. Unglücklich ist das Herz, welches kalt ist, elend der Geist, der niedergeschlagen ist und tot das Gewissen, in dem kein Licht ist. Seid nicht schlechter gestellt als der Eimer, der leer in den Brunnen geht, aber voll herauskommt. Seid nicht wie das Sieb, das seinen flüssigen Inhalt genau so rasch ausströmen lässt, wie es ihn erhält. Lasst all eure Bemühungen nur zu dem einen Ziel kommen, dass eure Gesundheit wiederhergestellt sei, und dass das Fieber, dessen vergiftende Hitze all eure Sinne beeinträchtigt hat, welches auch das Augenlicht, das Gehör, den Geschmackssinn, die Stärke der Glieder genommen hat, euch verlassen soll.

Stellt die niederen Verbindungen mit dieser Welt ein, damit ihr fähig werdet, euch mit der höheren zu vereinen. Kontrolliert euer diesen Weg gehendes Herz, dass es gezwungen sei, den anderen zu wählen. Verwerft den schmutzigen Wurm dieser Erde, so dass euch das leuchtende Juwel des Himmels gewährt werde.

Befreiung von Sünde liegt in Überzeugung

Oh ihr, die ihr den Herrn suchet, öffnet eure Ohren und höret: Merkt euch, dass nichts anderes als vollkommene Überzeugung euch von Sünde befreit; Überzeugung gibt euch die Kraft, Gutes zu tun; und Überzeugung allein kann euch in einen liebenden Diener Gottes verwandeln. Könnt ihr euch etwa ohne vollkommene Überzeugung vom Schlechten abwenden? Könnt ihr eure niederen Triebe zügeln ohne die Hilfe eines sicheren Lichtes? Kann irgendjemand ohne diese vollkommene Überzeugung eine wirkliche Besserung in sich selbst zustande bringen? Könnt ihr ohne diese vollkommene Gewissheit einigermaßen geistige Befriedigung und Seelenfrieden erreichen? Oder überhaupt echten Fortschritt und Erfolg gewinnen? Gibt es in der weiten Welt irgendeine Sühnung, die euch vor der Sünde erretten könnte? Ist Jesus, Sohn der Maria, so, dass sein vermeintlicher Tod die Sünde beseitigen könnte?

Oh Christen, erzählt nicht eine Lüge, dass darob diese unsere Erde in Stücke zerbrechen möchte! Für seine eigene Befreiung war Jesus auf vollkommene Überzeugung angewiesen. Er glaubte mit voller Überzeugung, und er wurde befreit. Wehe darum jenen Christen, welche die Welt betrügen, indem sie behaupten, sie seien durch das „Blut“ Jesu Christi erlöst worden, und das noch, wenn sie von den Füßen bis zum Kopf im Bösen und Schlechten versunken sind. Sie wissen ja nicht einmal, wer eigentlich ihr Gott ist.

Ihr Leben ist religiöse Gleichgültigkeit verbunden mit materiellem Genuss und Behagen; durch die Alkoholisierung ihres Gehirns und ihrer Nerven verloren sie jede Ahnung vom Leben mit Gott; deshalb haben sie keinen Anteil an den Früchten eines rein geführten Lebens. Also bedenket stets, dass ihr ohne feste Überzeugung weder aus der Finsternis herausfinden, noch den heiligen Geist bekommen könnt.

Gesegnet sind die, welche diese Überzeugung haben, denn sie werden Gott sehen, und gesegnet sind die, welche von Ungewissheiten und Zweifeln befreit worden sind, denn sie allein sollen von ihren Sünden erlöst werden; und gesegnet werdet ihr sein, wenn euch dieser große Schatz fester Überzeugung gegeben wird, denn von jenem Tage an wird Sünde bei euch aufhören. Denn Sünde und Überzeugung vertragen sich nicht.

Würdet ihr jemals bewusst mit bloßer Hand in einen Spalt greifen, in dem ihr eine giftige Schlange seht? Oder würdet ihr am Fuße eines Vulkans stehen bleiben, wo ein Hagel von rotglühenden Steinen euch trifft? Oder auf einem Berggipfel, der die Blitze eines Gewitters anzieht? Oder wo euch ein blutrünstiger Löwe angreifen könnte? Oder an einem Ort, wo eine tödliche Seuche wütet? Wenn ihr also mit ebenso fester Überzeugung an Gottes Strafe glaubt, wie ihr an die Gefahr einer giftigen Schlange oder eines Vulkans oder eines Blitzes glaubt, dann könnt ihr doch unmöglich Gott herausfordern und Seine Strafe auf euch ziehen, sei es durch Ungehorsam oder durch Missachtung oder gar durch freche Verleugnung unserer Abhängigkeit von Ihm.

Oh ihr Leute, die ihr zu Rechtschaffenheit und Wahrhaftigkeit aufgerufen wurdet, seid ganz und gar versichert, dass die göttliche Anziehungskraft in euch zunehmen wird, und dass ihr von Sünde rein gewaschen werdet, aber erst dann, wenn eure Herzen randvoll sind von fester Überzeugung. Vielleicht sagt ihr jetzt oder später, dass ihr diese Überzeugung schon habet. Aber da solltet ihr sehr vorsichtig sein und nie vergessen, dass dieses Gefühl im Anfang meistens nur Selbsttäuschung ist. Diese feste Überzeugung ist ziemlich sicher meistens noch nicht in euch, denn ihr entfaltet noch nicht die geistige Verfassung, welche diese feste Überzeugung unbedingt und stets begleiten muss. Ihr habt eure sündhaften Wege noch nicht verlassen; ihr habt noch nicht den ersten Schritt getan, den ihr eigentlich in dem Augenblick hättet tun sollen, als ihr euch zu dieser festen Überzeugung bekanntet. Ihr fürchtet euch noch nicht, wie ihr solltet.

Ihr könnt diese Frage sehr gut selbst ausdenken: Ein vernünftiger Mensch greift niemals mit bloßer Hand in eine Spalte, die er von einer giftigen Schlange besetzt weiß; noch isst er jemals bewusst eine Speise, die er aus einem triftigen Grunde für vergiftet hält, noch begibt er sich bewusst in einen Dschungel, wo es tausend blutrünstige Löwen gibt. Wenn ihr aber gleichermaßen davon überzeugt seid, dass Gott euch für euren Lebenswandel bestrafen oder belohnen wird, wie könnt ihr dann eure Hände und Füße, eure Augen und Ohren sündigen lassen? Wie könnt ihr dann euch selbst in ein Feuer werfen, von dem ihr wisset, dass es euch zu Asche verbrennen wird?

Und denket stets daran, dass die aus fester Überzeugung errichteten und gegen Sünde schützenden Bollwerke wirklich bis zu den Himmeln hinauf ragen, so dass nachdem ihr selbst sie einmal erbaut habt, Satan sie nicht übersteigen und euch also auch nicht erwischen kann. Jeder Gereinigte und Geläuterte ist allein durch feste Überzeugung gereinigt und geläutert. Nur die Überzeugung gibt euch die Kraft, Ungemach zu ertragen, sie kann sogar einen König überreden, von seinem königlichen Throne abzudanken und fortan das Leben eines Bettlers zu führen.

Überzeugung löst alle Schwierigkeiten. Überzeugung befähigt einen Menschen, Gott zu sehen. Alle Ideen irgendeines sogenannten Sühneopfers sind falsch, denn Reinheit jeder Art kommt einzig und allein von fester Überzeugung. Sie und nur sie allein ist das einzige Mittel, das einen Menschen von Sünde befreit und ihn in Aufrichtigkeit und Standhaftigkeit voranbringt. Man kann sogar die Engel darin übertreffen! Alle jene Religionen, die diese Festigkeit der Überzeugung nicht hervorbringen können, sind falsch. Und falsch sind jene Religionen, die nicht imstande sind, gegen jeden Zweifel einen überzeugenden Begriff von der Allgegenwart Gottes zu vermitteln; und falsch sind alle jene Religionen, die nichts anderes enthalten als eine Handvoll Erzählungen und Fabeln über längst vergangene Dinge.

Quelle: Der Verheißene Messiasas: Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad
- Befreiung von der Sünde, Verlag Der Islam, 1987, S. 25-34
- Unsere Lehre, S. 28-30

Aktuelle Literatur

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