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Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen
Muslime, die an den Verheißenen Messias und
Imam Mahdi, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad
Qadiani (as), glauben.

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Muslime, die an den Verheißenen Messias und Imam Mahdi,
Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad Qadiani (as), glauben.
Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen

Das Recht auf Selbstverteidigung im Islam

In der Freitagsansprache der letzten Woche habe ich über die Lehre des Islam gesprochen, die für Verbesserung, Gerechtigkeit, Frieden, Verständigung und Sicherheit sorgen kann, und ich habe dazu die Gebote des Heiligen Koran beschrieben. Demzufolge kann in der Welt die Versöhnung und Sicherheit nur erreicht werden, wenn den Anforderungen der Gerechtigkeit Genüge getan wird. Die Voraussetzung dafür ist aber die Gottesfurcht (Taqwa). Im Heiligen Koran wird so häufig und eindringlich zur Ausübung der Gottesfurcht ermahnt, dass man sich gar nicht vorstellen kann, dass ein Gläubiger jemals zum Unfrieden anstiften könnte.

In diesem Zusammenhang erwähnte ich das Gebot aus dem Heiligen Koran, wonach die Muslime weder als Einzelne noch auf Regierungsebene berechtigt sind, gegen ein Volk aufgrund einer Feindschaft ungerecht zu handeln. Der Islam lehrt, mit jedem Volk eine solche Beziehung aufzubauen und zu pflegen, die auf den Grundsätzen der Friedfertigkeit und Versöhnungsbereitschaft beruht; ausgenommen sind Völker, die den Muslimen einen Krieg aufzuzwingen.

In Bezug auf dieses Thema werde ich die Lehren des Heiligen Koran besprechen, und zwar, weshalb der Heilige Koran den Krieg gestattet und wo er dabei die Grenzen zieht; und welche Konsequenzen und schreckliche Folgen es hätte, wenn in bestimmten Situationen kein Krieg geführt wird, wie es die frühen Muslime tun mussten. Daraus wird man lernen, dass die Erlaubnis zum Krieg dem Frieden und der Sicherheit diente, und es nicht darum ging, in der Welt Unfrieden zu stiften und Konflikte zu schüren. Das letztere wird heutzutage häufig von den Gegnern in ihrer Propaganda behauptet. Wenn man solchen Gegnern oder ihren Unterstützern vor Augen führt, auf welche Weise ihre Glaubensgenossen oder Angehörige ihrer Nation versuchen, Ruhe und Frieden in der Welt zu zerstören, so bleibt ihnen dann keinen Ausweg.

Aber es ist nicht unsere Absicht, Groll und Argwohn und Vorurteile noch weiter zu vermehren. Deswegen werde ich über die Lehre des Heiligen Korans berichten. Daraus wird klar hervorgehen, aus welchen Gründen der Krieg oder Kampf früher erlaubt wurde. Und damit wird die schöne Lehre des Islams noch deutlich erkennbar sein. Es handelt sich hierbei um eine Lehre, die den Vergleich mit anderen Religionen keineswegs zu scheuen braucht, ihre Vorzüge und Schönheit liegen auf der Hand. Keine Lehre kann ihr das Wasser reichen. In diesem Zusammenhang darf ein Ahmadi bei der Beantwortung eines Gegners keine apologetische Haltung einnehmen. Jedes Gebot des Heiligen Koran ist voller Weisheit und ermöglicht uns, die Rechte Allahs und der Mitmenschen zu erfüllen. Die Kriege, die in der Zeit des Heiligen Prophetensaw oder der Rechtgeleiteten Khulafa (Kalifen) geführt werden mussten, hatten nach den Worten des Verheißenen Messiasas drei Gründe.

Erstens ging es um defensive Maßnahmen, die eigene Verteidigung, d.h. um Schutz von Leib und Leben und Erhaltung von eigener Entscheidungsfreiheit.

Zweitens wurden sie geführt, um zu bestrafen, so für die Ermordung eigener Glaubensgenossen. Als Muslime angegriffen wurden, wurde Krieg gegen die Aggressoren geführt, um sie zu bestrafen. Die Muslime hatten eine eigene Regierung und hatten die Berechtigung, Strafen zu vollstrecken.

Drittens ging es darum, die eigene Freiheit wiederherzustellen; d.h. um die Macht solcher Leute zu brechen, die die Neukonvertierten zum Islam ermordeten; also um die Kraft solcher Leute zu brechen, die gegen diejenigen, die den Islam annahmen, äußerst grausam vorgingen, sie ermordeten oder drangsalierten – nur weil sie Muslime geworden waren.

Nun schauen wir uns an, wie die Lehre des Heiligen Korans in Bezug auf die verschiedenen Kriegssituationen ist. Angesichts dieser Lehre wird auch einer mit gewöhnlicher Intelligenz feststellen können, dass wenn den Muslimen damals nicht erlaubt worden wäre, sich mit Waffen zu verteidigen, der Frieden zerstört worden wäre und es keine Garantie für die Sicherheit gegeben hätte. Diese Lehre ist so vorzüglich, dass, wie ich schon sagte, die Lehre einer anderen Religion den Vergleich mit ihr nicht aufnehmen kann, sei sie das Christentum oder Judentum oder eine andere Religion. – Im Heiligen Koran sagt Allah Ta’ala:

"Erlaubnis (sich zu verteidigen) ist denen gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen Unrecht geschah – und Allah hat fürwahr die Macht, ihnen zu helfen." (22:40)

Weiter heißt es:

"…Jenen, die schuldlos aus ihren Häusern vertrieben wurden, nur weil sie sprachen: ‚Unser Herr ist Allah.’ Und würde Allah nicht die einen Menschen durch die anderen im Zaum halten, so wären gewiss Klöster und Kirchen und Synagogen und Moscheen niedergerissen worden, worin der Name Allahs oft genannt wird. Allah wird sicherlich dem beistehen, der Ihm beisteht. Allah ist fürwahr allmächtig, gewaltig." (22:41)

Die Erlaubnis ist deshalb gegeben worden, weil es für das Unrecht, das den Muslimen geschah, und für die Morde an ihnen keine Berechtigung gab. Sie verfügten über eine eigene Regierung. Wenn jemand nun angriff oder sie töten wollte, dann durften sie kämpfen und Vergeltung üben. Oder als Regierung sollten sie den Angreifer bestrafen.

Das zweite, worauf hier Bezug genommen wird, ist die Tatsache, dass sie grundlos aus ihren Häusern vertrieben wurden. Was ist ihre Schuld? Nur, dass sie sagen, unser Herr ist Allah. Dann sagt Allah: Wenn es diese Erlaubnis nicht gegeben hätte, die den Muslimen nach einer langen Periode von Verfolgung und Leiden erteilt wurde, dann hätte man überall auf der Welt nur Unfrieden und Anarchie gesehen.

Es erging auch das folgende grundsätzliche Gebot: Wenn ein Volk durch ein anderes Volk über lange Zeit massiv verfolgt wird, dann ist den Verfolgten gestattet – sofern sie über eine eigene Regierung verfügen und daher die Berechtigung für Krieg haben – gegen die Verfolger zu kämpfen. Der Sinn und Zweck davon ist, dass die Aggressionen beendet werden. Auf keinen Fall darf aus Rache übertrieben vorgegangen werden. Diesem wird ein Riegel vorgeschoben. Dieses weise Gebot sorgt auch für den Schutz von anderen Religionen. Es wird hier gesagt, dass wenn diese Selbstverteidigung nicht erlaubt wäre, so wäre das Gotteshaus jeder Religion durch die Hände der Übeltäter zerstört worden. Dies hätte geradewegs zu mehr Hass geführt und es hätte keinen Frieden mehr auf der Erde gegeben. Gott sagt hier, dass es immer erlaubt ist, den Übeltäter von seiner Übeltat abzuhalten.

Vorwürfe, die in dieser Beziehung der Regierung des Islams gemacht werden, sind unberechtigt. Wenn grundlose Gewalt überhand nimmt, so muss zu ihrer Beseitigung die Staatsmacht eingreifen. Der Islam zwingt niemand des Glaubens wegen, das ist nicht erlaubt. Niemals wurde jemand gezwungen, den Islam anzunehmen, noch ist es gestattet, es gibt kein entsprechendes Gebot. Der Glaube ist eine Gewissensentscheidung jedes Einzelnen. Deshalb hat jeder das Recht, sein Leben nach seinem Glauben zu führen. In diesem Vers wird den Muslimen auch eingeschärft, dass, wenn sie Regierungsmacht haben, sie aus Unrecht keine Klöster, Kirchen und Synagogen niederreißen dürfen, sonst würden die anderen mit gleicher Münze heimzahlen und ihre Moscheen zerstören; auf ein Unrecht wird das andere folgen und dies wird zu immer mehr Konflikten führen.

Unglücklicherweise gibt es in einigen islamischen Ländern – auch in Pakistan – auf eigenen Nutzen bedachte Mullahs, die den Christen im Namen des Islam Ultimaten geben. Jüngst war eine solche Meldung in den Zeitungen zu lesen. In Ársaddah gaben sie den Christen das Ultimatum, sie mögen zum Islam übertreten, sonst würden sie getötet oder ihre Kirche würde zerstört. Vor einigen Jahren waren dort Kirchen zerstört worden. Diese Dinge bringen den Islam in Verruf. Sie geben den Gegnern die Gelegenheit, mit dem Finger auf den Islam zu zeigen. Überall müssen sich die Muslime beschämt fühlen, weil die Muslime im Grunde aufgehört haben, den Geboten Allahs zu folgen. Allah verspricht, dass Er helfen wird, wenn Muslime sich dafür einsetzen, Unfrieden und Aggression zu beenden. Heute können wir bei keiner muslimischen Regierung Zeichen für Gottes Unterstützung sehen. Sie sind in einem erbärmlichen Zustand.

Ahmadis werden ja auch (durch einige islamische Regierungen – A.d.Ü) verfolgt. Es wird oft versucht, ihre Moscheen niederzureißen, an manchen Orten waren diese Versuche erfolgreich. Alle diese Taten bedeuten Ungehorsam gegenüber Gott. Deswegen verlieren sie immer mehr den Segen Gottes. Schauen Sie, wie die Lage in Pakistan ist. Wie ich schon sagte, allen Ländern ergeht es ähnlich. Wenn die Regierungen diese unwissenden Mullahs nicht im Zaum halten, so wäre das eine Kriegserklärung gegen Gott. Was die Ahmadis anbelangt, sie halten sich an die Anweisungen des Verheißenen Messiasas und reagieren auf Unhöflichkeit nicht in derselben Art und Weise. Sie halten sich an die Gesetze der Länder, in denen sie leben, und ertragen auch Unrecht, wo es ihnen geschieht. In der Zeit des Verheißenen Messiasas ist es ohnehin verboten, Kriege mit Waffen zu führen. Ahmadis dürfen nicht auf Gewalt mit Gewalt reagieren. Doch Allah wird gemäß seinem Versprechen uns zu Hilfe kommen. In allen islamischen Ländern, wo Ahmadis verfolgt werden und wo Gesetze gegen sie verabschiedet werden, müssen die Regierungen endlich aufwachen. Denn Gott gebietet im Heiligen Koran:

"Und würde Allah nicht die einen Menschen durch die anderen im Zaum halten…" (22:41).

Dieser Befehl könnte diesen Muslimen wegen ihrer Undankbarkeit zum Verhängnis werden. Allah hat nicht gesagt, dass das Gebot, sich mit Waffen zu verteidigen, nur für Muslime gilt, und dass nur sie die Erlaubnis haben, wenn sie verfolgt werden. Im Gegenteil, das gilt für alle Religionen. Wenn eine von ihnen Unrecht erdulden muss, so wird Gott etwas für sie tun. Die Ahmadis sind ja nicht nur Muslime, sondern glauben an den Imam der Zeit, der gemäß den Prophezeiungen des Heiligen Prophetensaw erschienen ist. Somit befolgen wir die Gebote des Heiligen Prophetensaw in bester Weise. Ahmadis sind diejenigen, in deren Herzen die Kalima Lailaha Ill-Allahu Muhammadur Rasulullah am stärksten verwurzelt ist, und die Geist dieses Glaubensbekenntnisses verstehen und daran am meisten glauben. In dem bestimmte Muslime die Ahmadis verfolgen und ihre Moscheen niederreißen, ziehen sie sich die Missbilligung zu, die in der folgenden Hadith steht: Wer einen anderen Muslim angreift, ist selbst kein Muslim. Wie ich schon sagte, die Definition eines Muslims lautet, dass er von der Kalima Lailaha Ill-Allahu Muhammadur Rasulullah überzeugt ist und daran glaubt.

Die Jamaat des Verheißenen Messiasas wird gegen niemand Gewalt anwenden. Wir leben unter verschiedenen Regierungen, aber haben selbst keine Regierung. Außerdem ist der Jihad in der Zeit des Verheißenen Messiasas ohnehin verboten worden, und zwar in dem Sinne, dass man nicht einmal Härte zeigen darf. Wir würden normalerweise niemals Gewalt anwenden, geschweige denn, dass wir gegen diejenigen handgreiflich werden, die die Kalima rezitieren und sich als Anhänger des Heiligen Prophetensaw bezeichnen. Sie mögen nach ihrem Gutdünken handeln, aber wir geben ihnen die Botschaft des Friedens.

Wir sind überzeugt, dass die Tage nicht fern sind, da Gott selbst solche Umstände schaffen wird, die unserer Verfolgung ein Ende setzen werden. Wenn nicht heute, dann morgen. Der Ahmadi wird InschAllah überall die Luft der Freiheit atmen. Wenn diese Regierungen und ihre Unruhestifter mit ihrem Treiben nicht aufhören, dann wird Allah gemäß Seiner Vorherbestimmung Leute zu ihrer Bestrafung schicken, und wir befürchten natürlich auch, dass diese dann bei ihrem Vorgehen die Grenzen überschreiten könnten. Es könnte ja sein, dass unter ihnen viele sind, die ihr Handeln nicht nach islamischer Lehre ausrichten, für sie gibt es keine Grenzen, sie werden sich nicht mäßigen. Sie können alle Grenzen überschreiten.

Wir müssen für die, die uns verfolgen, auch beten, möge Allah sie in die Lage versetzen, ihren Verstand zu gebrauchen. Diese Botschaft beruhigt die verfolgten und bedrängten Muslime. Aber für jene, die sich zwar als Muslime bezeichnen und trotzdem nicht aufhören, ist darin eine Warnung. Wie bereits angedeutet, hat Allah in dem obigen Vers jedem die Gewähr für seine Sicherheit gegeben. Wer Muslim ist und trotzdem nicht dementsprechend handelt, wird von der Bestrafung erfasst werden. Die sich Muslime nennen, sollten alles vermeiden, was den Islam in Verruf bringt, und sie sollten von dieser Lehre profitieren, dass wir uns verändern müssen und noch stärker die Gebote Gottes befolgen werden, sonst würde uns die Hilfe Gottes niemals zuteil werden. Mögen die Muslime dies begreifen. Mögen sie gemäß diesem Gebot jeden Verfolgten verteidigen und jeden Verfolger von seinem Unrecht abhalten. Denn die Sicherheit der Muslime ist, wie ich sagte, davon abhängig.

Im nächsten Vers sagt Allah Ta’ala:

"Jenen, die, wenn Wir sie auf der Erde ansiedelten [oder ihnen Macht gaben], das Gebet verrichten und die Zakat zahlen und Gutes gebieten und Böses verbieten würden. Und bei Allah ruht der Ausgang aller Dinge." (22:42)

So verhalten sich jene (die wahre Muslime sind). Wenn sie an die Macht gelangen, wenn sie durch Gotteshilfe die Übeltäter besiegen, wenn sie eine eigene Regierung haben, unter der sie nach islamischen Vorschriften leben können, dann müssen sie sich selbst überprüfen und in Erinnerung rufen, dass sie alles durch Gottes Gnade erhalten haben. Sie sagen zu sich: Wir dürfen nicht wie jene werden, die die anderen ihrer Freiheit berauben. Vielmehr wird von einer islamischen Regierung erwartet, dass sie Meinungs- und Gewissensfreiheit für alle Bürger gewährt, ohne eine Religion oder Menschen mit anderen Zugehörigkeiten zu diskriminieren und dass jeder sich frei an der Landespolitik beteiligen kann, wo für alle Bürger die gleichen Chancen auf Entwicklung bestehen. Das ist die Aufgabe der islamischen Regierungen.

Diese islamischen Methoden der Staatsführung wird man erst lernen und die Rechte der Bürger erst dann erfüllen können, wenn man sich immer vor Augen hält, dass Gott einen sieht. Wenn ich die Rechte eines anderen missachte, so könnte mich Gott ergreifen, weil Er alles sieht. Daher muss ein Muslim, wenn er Regierung und Macht hat und in Frieden und Sicherheit lebt, zu einem wahren Gottesdiener werden. Ohne diese Eigenschaft, ohne Gebete zu verrichten, kann Gottesfurcht nicht in den Herzen Fuß fassen.

Richtige Gebete sind solche, die mit wahrer Gottesfurcht und Taqwa verrichtet werden. Sonst hat Gott gesagt, dass es viele Beter gibt, auf die Gottes Verderbnis fällt. Ihre Gebete werden in keiner Weise angenommen. Die Frage ist also, verrichten wir unsere Gebete so, wie es diejenigen tun, die Gottes Gebote befolgen. Außerdem muss man auch finanzielle Opfer leisten, statt den anderen das Geld wegzunehmen. Überdies müssen sie zu guten Taten rufen und von schlechten abhalten. Alle diese Aufgaben können ohne Gottesfurcht nicht erfüllt werden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass eine islamische Regierung, nachdem sie Macht erlangt hat, nicht dazu übergehen darf, die Macht durch unrechtmäßige Mittel zu vergrößern. Vielmehr soll sie ohne Unterscheidung von Religion oder Rasse die Rechte aller Bürger schützen und die Armen zu einer besseren gesellschaftlichen Stellung verhelfen. Das ist ihre Aufgabe, so dass in der Gesellschaft und im Lande eine Atmosphäre von Frieden und Sicherheit herrscht. Insbesondere hat diese Regierung die Pflicht, dafür zu garantieren, dass jeder Bürger nach seinem Gewissen eine Religion seiner Wahl befolgen kann und seine Gebete verrichten kann und dass die Gotteshäuser geschützt werden. Das garantiert für den Frieden und Sicherheit. Es ist die Pflicht aller islamischen Regierungen, dieses Bild des Islams der ganzen Welt zu vermitteln.

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat hat keine Regierungsmacht, wir können nur dafür beten, dass Gott ihnen die Kraft gibt, den wahren Islam vorzuleben. Der Islam wird ja aus allen Richtungen attackiert. Dies beruht auf falschen Vorstellungen vom Islam und auf dem Fehlverhalten der Muslime. Wenn die muslimischen Regierungen so vorgehen wie beschrieben, können die falschen Vorstellungen aus den Köpfen der Menschen ausgemerzt werden. Dann sagt Gott, die Erlaubnis zum Krieg wird den islamischen Regierungen aus den vorgenannten Gründen erteilt. Doch trotz dieser Erlaubnis gibt es viele Einschränkungen. Es gibt Regeln und Pflichten. Es ist kein Freibrief zum Töten. Wie bereits erwähnt, es gibt folgendes Gebot:

Wenn der Feind gegen euch Aggressionen ausübt, dann dürft ihr nicht selbst zum Aggressor werden; ihr müsst die Kriegshandlungen darauf beschränken, dass die Aggression beendet wird. Die islamische Regierung darf selbst keine Aggression begehen.

Im Heiligen Koran sagt Allah Ta’ala:

"Und tötet sie (während des Krieges), wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie von dort, von wo sie euch vertrieben; denn Verfolgung ist ärger als Totschlag. Bekämpft sie aber nicht bei der Heiligen Moschee, solange sie euch dort nicht angreifen. Doch wenn sie euch angreifen, dann kämpft wider sie; das ist die Vergeltung für die Ungläubigen." (2:192)

Dann heißt es:

"Wenn sie jedoch ablassen, dann ist Allah allvergebend, barmherzig." (2:193)

Und weiter:

"Und bekämpfet sie, bis die Verfolgung aufgehört hat und der Glauben an Allah (frei) ist. Wenn sie jedoch ablassen, dann (wisset), dass keine Feindschaft erlaubt ist, außer wider die Ungerechten." (2:194)

Diese islamische Lehre beruht auf Gerechtigkeit, die die Sicherheit fördert. Der Krieg soll im Namen Gottes geführt werden. Und bei einer Handlung, die im Namen Gottes verrichtet wird, darf nichts sein, was im Geringsten ungerecht ist. Daher ist unter dem Ausdruck, "kämpfet auf Allahs Weg", gemeint, dass man gegen jene kämpfen soll, die vom Gebet abhalten, Grausamkeiten verüben und – wie schon erwähnt –, erst dann, wenn die Gräueltaten und Übergriffe überhand genommen haben. Bei diesen Kämpfen sollte man ausschließlich das betreffende Gebot Gottes im Auge haben. Ein Krieg, der zur Selbstbereicherung oder zur Ausweitung der eigenen Herrschaft geführt wird, ist im Islam absolut verboten.

Darüber hinaus ermahnt uns der Heilige Koran: Der Krieg ist zulässig, wenn der Feind zuerst angreift. Wenn gegen ein Volk Krieg geführt wird, so ist nicht jeder Angehörige dieses Volkes automatisch ein Feind. Wer so vorgeht, der überschreitet die Grenzen, und dies gefällt Gott nicht. Krieg ist nur gegen jene erlaubt, die als Angehörige der Armee gegenübertreten. Ein weiteres Gebot lautet, dass man den Krieg einschränken muss. Es ist nicht erlaubt, zur Bestrafung des Feindes den Krieg auszuweiten. Auch ist es verboten, in der Nähe von Gotteshäusern Krieg zu führen, es sei denn, der Feind zwingt dazu. Dadurch wird ausgeschlossen, dass Gotteshäuser zu Schaden kommen. Deshalb gebot der Heilige Prophetsaw den Angehörigen seines Heeres, Gotteshäuser oder Kirchen besonders zu schützen, sie keineswegs zu beschädigen oder gar zerstören. Eine Schlacht in der Umgebung von der Masjid al-Haram kommt selbstverständlich absolut nicht in Frage. Es ist das Haus Allahs. Es soll alle Völker in Frieden zu einer einzigen Gemeinschaft (ummatun wahida) vereinen. Die Heiligkeit dieses Ortes darf unter keinen Umständen angetastet werden, außer wenn die Muslime hier angegriffen werden. Dann sind sie genötigt, zu ihrer Verteidigung von Waffen Gebrauch zu machen.

Allah hat also den Krieg nur erlaubt, um Unfrieden aus der Welt zu schaffen. Wenn Verfolgung (fitna) oder Aggressionen aufgehört haben, dann gebietet der Heilige Koran den Muslimen, alle Maßnahmen gegen den Feind einzustellen. Wenn die Religionsfreiheit gewährt wird, sollen keinerlei Kriege werden, etwa für politische Zwecke. So lautet die Lehre des Islams. Hätte der Islam Zwangsbekehrungen beabsichtigt, so gäbe es nicht die Anweisung:

"Wenn sie jedoch ablassen, dann (wisset), dass keine Feindschaft erlaubt ist."

Es gibt also keine Berechtigung, Vorwände für die Fortsetzung des Krieges zu suchen. Jeder hat das Recht, entsprechend seiner Religion zu leben.

Der 5. Khalifa der Ahmadiyya Muslim Jamaat: Mirza Masroor Ahmad, Hrsg. Haider Ali Zafar, Glaube und Vernunft aus islamischer Perspektive, Verlag Der Islam, 2007, S. 59-69 (Freitagsansprache vom 29.06.2007)

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