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Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen
Muslime, die an den Verheißenen Messias und
Imam Mahdi, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad
Qadiani (as), glauben.

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Vierzig Jahre Entrechtung der Ahmadis in Pakistan

Datum: 23. Dezember 2014

Vor 40 Jahren hat das pakistanische Parlament eine Verfassungsänderung verabschiedet. Durch diesen Parlamentsbeschluss am 7. September 1974 wurden die Ahmadi-Muslime einfach zu Nicht-Muslimen erklärt. Von einem Tag auf den anderen wurde somit den Ahmadis untersagt, sich zu ihrer eigenen Religion, dem Islam, zu bekennen. Dieser weltweit einmalige schwere Eingriff in die Religionsfreiheit hat damals massive Proteste von Menschenrechtsorganisationen und demokratischen Regierungen ausgelöst. Er stellte eindeutig einen Verstoß gegen den Grundsatz der religiösen Selbstbestimmung dar.

In den Monaten vor dieser Verfassungsänderung gab es in Pakistan landesweite Pogrome gegen die friedfertigen Ahmadis. Dabei wurden 26 Ahmadis bei Übergriffen getötet, mehrere Dutzend schwer verletzt; etwa 100 Geschäfte der Ahmadis wurden geplündert und zerstört oder in Brand gesteckt. Dutzende Häuser und Fabriken der Ahmadis wurden niedergebrannt. Acht ihrer Moscheen wurden beschädigt und weitere sechs Moscheen wurden besetzt. Darüber hinaus kamen zahlreiche Gebäude der Gemeinde, wie Bibliotheken usw. zu Schaden. In einigen Städten wurden Ahmadis in großer Zahl festgenommen. In den ländlichen Gegenden wurde auch die Ernte vieler Ahmadi-Landwirte und Gerätschaften in Brand gesteckt oder anderweitig zerstört. Es kam darüber hinaus zu einem massiven sozialen Boykott; davon waren Ahmadiyya-Gemeinden in fast allen Landesteilen betroffen. Ahmadis mussten Engpässe bei Nahrungsmittel- und Medikamentenversorgung verkraften. Den Ahmadis wurde außerdem die Beisetzung ihrer Toten in den Friedhöfen verweigert. Die Sicherheitsbehörden haben sich weitgehend passiv verhalten; den Ahmadis wurde kein effektiver Schutz gewährt.

Seitdem hat sich die Situation der Ahmadis in Pakistan immer weiter verschärft. 1984 wurde durch den damaligen militärischen Diktator, Zia-ul-Haq, ein Dekret erlassen, das als Verordnung XX berüchtigt ist. Dadurch wurde es den Ahmadis selbst ihre Religionsausübung unter Strafe gestellt. Es folgten zahlreiche Strafverfahren und Verurteilungen. Dabei wurden aus nichtigen Anlässen lange Haftstrafen verhängt.

Nach wie vor gelten die Ahmadi-Muslime als Ungläubige oder Ketzer in Pakistan. Sie werden deswegen von Extremisten bedroht, weil letztere meinen, auf den Glaubensabfall stehe die Todesstrafe. Die Mischung aus diesen Gesetzen, für die der pakistanische Staat sich verantwortlich zeichnet, und dem grassierenden Extremismus in Pakistan bildet die Grundlage dafür, dass die Ahmadis immer wieder Opfer von gezielten Tötungen werden. Ihren vorläufigen Höhepunkt fand die Verfolgung in einem Terrorangriff am 28. Mai 2010 auf zwei Moscheen der Ahmadis in Lahore, zu dem sich die pakistanischen Taliban (TTP) bekannten. Dabei wurden 86 Ahmadis und ein Christ, ein Angestellter der Moschee, getötet. Etwa 150 Ahmadis wurden teilweise schwer verletzt. Später gab der damalige Geheimdienstchef, General Shuja Pasha, vor einer Untersuchungskommission bekannt, dass der Nachrichtendienst den Behörden in der Provinz Pandschab bereits im Voraus über diesen Angriff informiert hatte. Jedoch leiteten diese keine geeigneten Maßnahmen zum Schutz der Ahmadis ein. Dieses Beispiel macht deutlich, dass der Staat keine Bereitschaft erkennen lässt, Ahmadis zu beschützen.

Eine weitere Folge der Erklärung der Ahmadis zu Nicht-Muslimen ist der faktische Verlust ihres Wahlrechts. Seit 1974 haben Ahmadis an keiner Wahl teilnehmen können. Somit sind sie nicht in der Lage, Abgeordnete ins Parlament zu wählen, die sich für ihre Rechte einsetzen können.

Die besagte Verfassungsänderung von 1974 hat die Grundlage für religiösen Hass und Extremismus in Pakistan gelegt. Das Land wird durch die Gewalt zwischen verschiedenen Konfessionen - vor allem Sunniten und Schiiten - erschüttert. Hinzu kommt die Stärkung von extremistischen Gruppierungen wie Taliban und Al-Qaida.

Obwohl immer wieder von der UNO, den Menschenrechtsorganisationen und demokratischen Staaten gefordert, zeigen die politischen Akteure in Pakistan keine Bereitschaft, dieser 40 Jahre währenden Entrechtung von Ahmadis ein Ende zu setzen. Daher möchten wir alle, die auf dem Gebiet der Menschenrechte aktiv sind, bitten, sich dafür einzusetzen, dass die Lage der Ahmadis in Pakistan verbessert wird und die diskriminierenden Gesetze gegen die Ahmadis abgeschafft werden, damit sie in Frieden und Sicherheit ihren Glauben ausüben können.

Links:
- http://rjglb.richmond.edu/wp-content/uploads/2013/01/qasim_rgl_11-1.pdf
- http://muslimwriters.org/wp-content/uploads/2012/06/ahmadiyya_persecution.pdf
- http://en.wikipedia.org/wiki/1974_Anti-Ahmadiyya_riots
- http://www.refworld.org/docid/469f38c51e.html
- http://www.refworld.org/docid/510f9ef32.html

Veröffentlicht durch die:
Pressestelle der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Deutschland
Telefon: 0163 - 302 74 73
E-Mail: presse@ahmadiyya.de

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