| 13.01.2008, Herr Dieter Burgard, MdL Rheinland-Pfalz (Hamd-Moschee in Wittlich) |
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13.01.2008, Herr Dieter Burgard, MdL Rheinland-Pfalz (Hamd-Moschee in Wittlich) Sehr geehrte Gastgeber, Herr Wagishauser und Herr Zafar, sehr geehrte Gäste, zunächst danke ich den Gastgebern für die freundliche Einladung hier in die Ham’d Moschee, in dieses Haus des Gebetes. Gerne bin ich nicht nur als Landespolitiker, sondern auch als Mitbürger hier im Wittlicher Stadtteil Wengerohr gekommen, zumal ich seit der Eröffnung im Jahr 2000 nicht mehr Gelegenheit fand, sie zu besuchen. Ihr Jubiläum 100 Jahre des Ahmadiyya-Kalifats ist Anlass der heutigen Begegnung. Mein Grußwort dazu soll kurz sein, da ich vor allem zuhören und mich informieren will. Mit meinem Hiersein will ich ein klares Bekenntnis abgeben, auch für das, was wir Religionsfreiheit nennen. Religionsfreiheit ist ein elementares Grund- und Menschenrecht, das vor allem in der Freiheit besteht, seine Glaubensüberzeugung frei zu bilden, dafür zu werben, einer Religionsgemeinschaft anzugehören und seine Religion ungestört auszuüben sowie dieser gemäß zu handeln. Diese Religionsfreiheit, wie sie im Artikel 4 des Grundgesetzes und auch in der Verfassung unseres Landes Rheinland-Pfalz im Artikel 8 festgeschrieben ist, ist ein hohes Gut. Im Vorspruch der Landesverfassung von Rheinland-Pfalz stehen als erste Wörter: „Im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott, dem Urgrund des Rechts und Schöpfer aller menschlichen Gemeinschaft.....“ Gott steht am Anfang unserer Landesverfassung, Gott verbindet und Gott soll auch heute Basis sein.
Wir stellen auch fest: Ein Volk ohne Religion kann niemals glücklich sein! Religion ist der Weg zu Gott. Menschen, die versuchen Gott zu spielen, nur an sich glauben, sind keine soziale Wesen, scheitern in der Zukunft. Glaubende Menschen sind glücklichere Menschen. In der EU leben etwa 15 Millionen Bürgerinnen und Bürger muslimischen Glaubens, davon rund 3,4 Millionen in Deutschland, die rund 4 % der Bevölkerung ausmachen. Konfessionslos sind 27,8 Millionen, röm.- katholische Kirche 25,6 Millionen, evangelisch 25,3 Millionen. Interessant ist, dass es im Deutschen Bundestag nur 3 Abgeordnete muslimischen Glaubens gibt von insgesamt 613 Abgeordneten. In unserem Landtag sind sie überhaupt nicht vertreten. Auf höchster politischer Ebene wirkte eine Persönlichkeit, Ihr Glaubensbruder Sir Muhammad Zafrulla Khan, ehemals Außenminister Pakistans, dann Präsident der UNO Generalversammlung und Präsident des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag. Er steht stellvertretend für viele Persönlichkeiten Ihrer Glaubensgemeinschaft. Oft werden Ihre Glaubensbrüder und Schwestern wie teilweise in Pakistan verfolgt, von Mord bedroht. Ihr Motto der Gemeinde ist „Liebe für Alle, Hass für keinen“. Liebe im Sinne von Barmherzigkeit und gegen Hass im Sinn von friedvoll sein. Gestern Abend erlebte ich hier in Wengerohr im katholischen Gottesdienst, wie die Besucher die Hände zum Friedensgruß reichten, heute wünschen sie sich als Muslime untereinander den Salām „den Frieden“ im Begrüßungsgruß. Wir sollten miteinander den Frieden für alle Menschen gerade auch zu Beginn unseres neuen Kalenderjahres wünschen. Die Initiative des christlich-muslimischen Dialogs, wie Sie jetzt in Wittlich von Pax Christi stattfindet, begrüße ich ausdrücklich. Es ist auch wichtig, vieles verbindende in der christlichen Bibel und dem Koran zu sehen. So berichtet der Heilige Koran über die Mutter von Moses und die Mutter von Jesus Maria und ehrt sie. Die religiöse Kenntnis voneinander, ist ein wichtiger Baustein. Wichtige Bausteine setzen wir dann aber vor allem im Alltag, im Umgang z.B. mit dem Fastenmonat, mit dem Respekt vor dem Glauben, den religiösen Traditionen und Gebräuchen des Anderen. Friede wünsche ich Ihnen, uns und Ihnen sehr geehrte Gastgeber für den heutigen Tag und Ihrer Gemeinde viel gute neue Eindrücke und ein Leben in Gottvertrauen, dass wir auch heute Abend oder in einem Jahr sagen: Gott sei Dank. (Wittlich, 13.1.2008 - Dieter Burgard, Mitglied des Landtages Rheinland-Pfalz)
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Heute in einer Zeit, wo wieder mehr Menschen Gott suchen und merken, dass das Heil nicht im Konsum und materiellen Besitz liegt, erleben wir eine Renaissance des Glaubens. Menschen fragen nach der religiösen Erfüllung, dem Sinn des Lebens, die Speise der Seele.