| 16.10.2008, Klaus Uwe Benneter, MdB (Eröffnung der Khadija-Moschee) |
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Grußwort von Klaus Uwe Benneter zur Einweihung der Moschee der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde
Sehr geehrte Exzellenz Hazrat Mirza Masroor Ahmad, ich freue mich außerordentlich, heute hier bei Ihnen sein zu können. Denn dass wir heute gemeinsam die Eröffnung der Khadija-Moschee feiern können, war leider keine Selbstverständlichkeit sondern bedurfte einiger Anstrengungen. Und es bedurfte des kontinuierlichen Engagements der Menschen, die heute hier miteinander feiern. Dabei sind die Anhänger der Ahmadiyya in Berlin schon lange gute Bekannte. Seit bald einhundert Jahren gehören sie zur konfessionellen Landschaft unserer Stadt. 1925 wurde in Wilmersdorf die erste deutsche Moschee eingeweiht, deren zwei imposante Minarette viele Berlinerinnen und Berliner gut kennen. Seit letztem Jahr ist die unter Denkmalschutz stehende Moschee wegen massiver Baufälligkeit gesperrt. Im Frühjahr 2006 hat die Ahmadiyya nun einen zweiten Anlauf für einen Moscheeneubau in Berlin genommen. Einmal, um Ihren Angängern einen angemessenen Raum für Ihre Gebete zu geben. Aber natürlich auch, um als Gemeinde besser sichtbar zu werden und um für Ihren Glauben zu werben. So, wie es das Recht jeder Religionsgemeinschaft ist! Die zentrale Botschaft der Ahmadiyya lautet "Liebe für Alle, Hass für Keinen!. Für unsere Stadt ist das eine zentrale Botschaft. Denn gerade in Berlin hat sich seit der Niederschlagung des Nationalsozialismus wieder ein vielschichtiges, lebhaftes und meist tolerantes Miteinander von Menschen unterschiedlicher religiöser Anschauungen entwickelt, in welchem niemand die Bevormundung des anderen befürchten oder gar dulden muss. Doch in letzter Zeit ist in der Öffentlichkeit viel von misslungener Integration und Parallelgesellschaften die Rede. Zu viel und zu unspezifisch wie ich meine. Denn zu schnell haben wir Stereotypen bei der Hand, wenn es um die Beschreibung komplexer Sachverhalte geht. Eines der Schlagworte in diesem Zusammenhang sind die fast schon Geheimnis umwobenen Hinterhofmoscheen. Fast niemand in unserer Stadt hat je eine von ihnen besucht und kann sich somit kaum ein Urteil über sie erlauben. Aber aus dieser Unkenntnis erwächst gegenseitige Abgrenzung. Und aus dieser Abgrenzung entsteht Furcht. Mit dem Bau der Khadija-Moschee tritt die AMJ all diesen Stereotypen und Abgrenzungsversuchen entgegen. Dieses Gebäude ruft förmlich: Seht her, dies ist unser Haus. Tretet ein und lasst uns einander endlich besser kennenlernen! Dies sei auch all jenen Parteien und Bündnissen nahe gelegt, die in den vergangenen zwei Jahren bemüht waren, den Bau zu verhindern. Sie alle sollten nun auf Ihre neuen Nachbarn hier in Heinersdorf zugehen und die Einladung zum Dialog annehmen. Liebe Gemeindemitglieder, die vergangenen zwei Jahre müssen für Sie oft schwierig gewesen sein. Ich hoffe dennoch, dass Sie hier in Pankow ein neues Zuhause finden, dass sich Berührungsängste abbauen und neue Bündnisse und Gemeinschaften finden werden. Berlin ist eine tolerante und weltoffenen Stadt. Zeigen Sie den Berlinerinnen und Berlinern mit Ihrem neuen Gotteshaus, dass die Ahmadiyya eine tolerante und weltoffenen Gemeinschaft muslimischer Menschen ist, die hier in Heinersdorf vor allem eins sein möchte: Ein guter Nachbar! Klaus Uwe Benneter Mitglied des Deutschen Bundestages Justitiar der SPD-Bundestagsfraktion
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