| 30.08.2007, Hans Georg Junginger - Mitglied des Landtags Baden-Württemberg (Jalsa Salana 2007) |
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30.08.2007, Hans Georg Junginger - Mitglied des Landtags Baden-Württemberg Sehr geehrter Herr Wagishauser, sehr geehrte Damen und Herren, die sich auch in diesem Jahr in Mannheim zur Jahresversammlung Ihrer friedfertigen islamischen Reformgemeinde zusammengefunden haben. Ich danke für die freundliche persönliche Einladung und übermittle Ihnen auch den Dank von Ute Vogt, der Vorsitzenden unserer SPD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und SPD-Landesvorsitzenden, die persönlich verhindert ist, mich aber gebeten hat, Sie und die Fraktion bei Ihrer Zusammenkunft zu vertreten und ihre Grüße und die Hoffnung auf weitere gute Zusammenarbeit zu übermitteln. Als langjährigem Abgeordneten aus der Europäischen Metropolregion Rhein-Neckar und Vorsitzenden des Innenausschusses des Stuttgarter Landtags ist es mir ein wichtiges Anliegen, Ihren positiven Beitrag zum unverzichtbaren Dialog zwischen Religionen und Kulturen zu würdigen. Gerade in einer Zeit, in der die islamische Welt häufig als insgesamt undemokratisch, intolerant und Gewalt bereit dargestellt oder in Einzel-Ereignissen auch so wahrgenommen werden kann ist Ihr Motto: „Liebe für Alle – Hass für Keinen“ ein Auftrag, der überall und von allen Menschen aufgenommen und umgesetzt werden sollte. Wenn sich Ihre religiöse Gemeinschaft als friedfertige islamische Reformgemeinde versteht, dann sind Sie hier in Mannheim, der Zentrale der Europäischen Metropolregion Rhein-Neckar, deshalb am richtigen Platz, weil sich diese Stadt in den 400 Jahren seit ihrer Gründung – dieses Jubiläum feiern wir dieses Jahr – in besonderer Weise durch Weltoffenheit, Toleranz, Erfindungsreichtum sowie Kultur und Kunst auszeichnet. Hierfür mögen die Namen Friedrich Schiller, Wolfgang Amadeus Mozart, Carl Benz, Heinrich Lanz und Xavier Naidoo sprechen. Seit der Stadtgründung galt und gilt der Grundsatz, dass in dieser Stadt alle rechtschaffenen Menschen, aus welchem Teil Europas oder der Welt auch immer, willkommen sind. Aktuell sind das Mitbürgerinnen und Mitbürger aus mehr als 170 Nationen. Wenn es auch zutrifft, dass Ihre muslimische Religionsrichtung Gewalt und Terror als Mittel der Auseinandersetzung ohne jede Einschränkung ablehnt und sich aktiv gegen derartige Gedanken oder Taten einsetzt, verdient das unsere Unterstützung. Auch Ihre Überzeugung von der Notwendigkeit einer strikten Trennung von Religion und Staat und die Anerkennung der Verantwortung der gewählten Volksvertreter für die staatliche Gemeinschaft sind ebenso eine gute Grundlage für einen konstruktiven Dialog wie die Anerkennung von Religions- und Meinungsfreiheit und der Verzicht auf politische Ziele. Sicherlich ist in diesem Zusammenhang auch von Bedeutung, dass Sie ausdrücklich die Gleichwertigkeit von Mann und Frau, die absolute Gerechtigkeit und die Barmherzigkeit gegenüber allen Menschen als ursprüngliche Werte eines richtig verstandenen Islam hervorheben. Auch die Verpflichtung jedes Gemeindemitglieds, ohne Ansehen von Rasse, Geschlecht, Herkunft oder Gesellschaftsstand Gutes zu tun und dort Hilfe zu leisten, wo Hilfe benötigt wird, ist ein wichtiger Beitrag zu einem Miteinander in Toleranz und Respekt. Im Miteinander der Kulturen und religiösen Überzeugungen soll gelten, dass jeder nach seiner Façon selig werden soll. Ohne beim Dialog wesentliche Unterschiede in den Glaubensüberzeugungen zu übertünchen. Uns sind Sie als Dialogpartner und Repräsentanten eines Islams der Aussöhnung und Friedfertigkeit willkommen und geschätzt. Wir wünschen Ihnen allen einen schönen Aufenthalt in Mannheim, gute Gespräche und Diskussionen sowie eine positive Gemeinschaft bei der Ausübung Ihrer Religion. Möge Ihr Bemühen um Liebe statt Hass unter allen Menschen überall und auf Dauer Erfolg haben.
Mit freundlichen Grüßen,
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